Wir sind Helden erobern London - 500 Fans feiern Berliner Band02.11.2005 14:11 London - Deutscher Pop im Ausland funktioniert nicht? Von wegen, sagt sich die Berliner Band Wir sind Helden und spielt mal locker zwei ausverkaufte Konzerte in der Musikhauptstadt London.
Zugegeben, der Club «Garage» im Londoner Norden gehört eher zu den kleineren Konzerthallen der Stadt, aber wenn im Mutterland des Pop rund 500 Fans «Zugabe, Zugabe» rufen und die deutschen Songs der Helden textsicher mitsingen, «dann ist das schon eine tolle Sache», sagt Keyboarder Jean-Michel Tourette nach dem ersten Konzert . «Das Ganze war ja auch ein Risiko, wir wussten ja nicht, ob wir den Laden überhaupt voll kriegen.» Das schafften sie und mussten wegen des großen Andrangs gleich noch ein Zusatzkonzert buchen. Natürlich sind viele Deutsch-Londoner in der «Garage» - die 18-jährige Studentin ebenso wie der 33-jährige Banker, der meint: «Ist doch cool, wenn mal 'ne gute deutsche Band hier auftritt, das hat man ja nicht so oft». Aber auch einige Engländer - mitgeschleppt von deutschen Freunden - wippen im Takt der Hits wie «Guten Tag» oder «Gekommen um zu bleiben». Bei ihrer aktuellen Single «Von hier an blind» singt Frontfrau Judith Holofernes dann auch einige Strophen auf Englisch. Vorbereitung für die internationale Karriere? «Nein, da steckt gar kein großes Ziel dahinter», wiegelt Keyboarder Jean ab. «Es war einfach so eine fixe Idee, auch mal im Ausland zu spielen - wir streben jetzt keine Weltkarriere an, oder so», fügt er lachend hinzu. Die Helden, Vorreiter des deutschen Popwunders der vergangenen zwei Jahre, haben den Song schon vor einiger Zeit in verschiedenen Sprachen aufgenommen, darunter Englisch, Französisch und Japanisch - «mehr zum Spaß». Ein Album mit englischen Songs werde es nicht geben, betont Sängerin Judith. «Wir singen auf Deutsch, dabei bleibt es.» Nach kleinen Konzerten in Luxemburg und Amsterdam sei London natürlich der Höhepunkt gewesen. «Wir sind den ganzen Tag unterwegs gewesen, in Notting Hill und sonst wo, das war schon sehr beeindruckend.» Die kleineren intimen Konzerte seien auch ein schöner Kontrast zur anstehenden Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, bei der die Helden jeweils vor 3000 bis 5000 Leuten spielen werden. «Es war ein bisschen so, wie wir früher angefangen haben», sagt Judith. «Kleine Clubs sind einfach intimer, der Kontakt zu den Fans ist intensiver», ergänzt Jean und schreibt geduldig Autogramme auf Plakate, die dem Tourmanager/Merchandisingverkäufer aus der Hand gerissen werden. |
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