Peter Gabriel: «Still Growing Up Tour» auf DVD11.11.2005 14:11 Hamburg - Konzerte mit Peter Gabriel sind eine «Augenweide» für alle Sinne und die Seele. Was der britische Klangkünstler an audiovisuellen Reizen auf die Bühne zaubert, hat geradezu hypnotische Kraft und entführt in eine andere Welt.
Seine 2003er «Growing Up Tour» war pures High-Tech-Musiktheater mit Spaziergängen am Himmel, gigantischer Lightshow und riesigen illuminierenden Kunststoff-Bällen. Ein Kunst-Spektakel auf höchstem technischen Niveau mit einer streng durchkomponierten Choreographie und einem kaum zu überbietenden Aufwand. Man fühlte sich nicht selten an das Musiktheater seiner Ex-Band Genesis erinnert. Wesentlich zurückhaltender geriet da schon die Inszenierung der als Fortsetzung mit anderen Mitteln gedachten «Still Growing Up Tour» (2004), bei der auf allzu großen technischen Schnickschnack verzichtet wurde, um eine intimere Atmosphäre zu zaubern. Ein Zusammenschnitt dieser Konzertreise ist jetzt mit reichlich Bonusmaterial (Dokumentarfilm...) als Doppel-DVD erschienen und als Ergänzung zur DVD «Growing Up Live» wohl für jeden Peter-Gabriel-Fan ein Muss, zumal sich beide Konzertmitschnitte nur geringfügig überschneiden. Die «Still Growing Up Tour» zeigt vor allem, dass der heute 55-Jährige es wahrlich nicht mehr nötig hat, auf Biegen und Brechen nach Effekten zu haschen. Wenn Gabriel mit einer Art Tretroller über die kreisrunde Bühne schaukelt, dann ist das schon große Show. Hier kam es mehr auf die kleinen, dezent gesetzten Gesten an - und natürlich die zeitlose Musik des Ausnahmekünstlers. Dabei spielte er auf der Tour überwiegend ältere Lieder, die beiden wohl bekanntesten «Solsbury Hill» und «Sledgehammer» gleich hintereinander weg. Die gute Tonqualität trägt ihren Teil zum Gesamtbild bei: Das Schlagzeug ist eher defensiv gemischt, Klangteppiche dominieren und die Stimmen kommen gut aus dem Mix heraus. Auch die von Melanie Gabriel - wie schon früher stand die Tochter des Briten als Sängerin mit auf der Bühne. Und das liegt sicher nicht nur am Verwandtschaftsverhältnis, sondern an ihrem sehr schönen Mezzosopran. Schade nur, dass kein Stück des Albums «Up» seinen Weg auf die DVD gefunden hat, war dieses doch Namensgeber für die gesamte Tournee. |
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