Sound aus Glas: Lyn Leon mit «Private Pop» auf Tournee15.11.2005 10:11 Hamburg - «Vorsicht zerbrechlich!» steht über der Musik von Lyn Leon, die mit «Private Pop» gerade ihr drittes Album vorgelegt haben. Eine fragile Angelegenheit, denn das Trio erzeugt seinen Sound u. a. mit Hilfe von Glasinstrumenten. Entsprechend vorsichtig gehen Lyn Leon zu Werke, die in Hannover (15.11.) ihre Deutschland-Tournee beginnen.
Glas ist ein ganz besonderer «Stoff», der schon Mozart, Beethoven oder Richard Strauss faszinierte und zu Kompositionen anregte: «Die Obertöne des Materials rufen einen ganz einzigartigen Klang hervor», erzählt Perkussionist Stephan Diethelm in einem Interview mit der «Jazzzeitung». «Viele assoziieren Glas mit Kälte, aber der Klang ist durchaus warm und zart. Wenn man ihn mischt, zum Beispiel mit einem Marimbaphon, ergeben sich ganz außergewöhnliche Effekte.» Zusammen mit Mathias Eser sorgt Diethelm mit Salatschüsseln und Glasröhren für den entspannten Sound-Teppich mit unaufgeregten aber spannenden Klangbildern, die sich an den Grenzen von Pop, Jazz oder Soul bewegen. Eine sehr melodiöse und eigentümliche Musik, deren zarte und betörende Schönheit durch den schwebenden Gesang von Carolyn Leonhart - der Dritten im Bunde - veredelt wird. Als Tochter des Jazz-Bassisten Jay Leonhart und der Sängerin Donna Leonhart wuchs Carolyn in einer Umgebung auf, in der Jazz gespielt und gelebt wurde. Als Background-Sängerin ging die New Yorkerin mit Steely Dan mehrmals auf Welttournee, längst aber hat sie sich auch als Solo-Künstlerin etabliert. «Steal The Moon» hieß 2000 ihr viel beachtetes Debüt. Und immer wieder kommt sie mit den Schweizer Perkussionisten Diethelm und Eser für die Band Lyn Leon zusammen, die jetzt annähernd zehn Jahre besteht. Bei «Private Pop» wurde das Trio u.a. von dem Schlagzeuger und Programmierer Marco Agovino unterstützt. Die Bassisten Wolfgang Zwiauer und Marco Blöchlinger sowie der Schlagzeuger Kasper Rast sorgten für den richtigen Rhythmus, damit sich der gläserne Sound von Lyn Leon nicht in ätherischen Sphären verliert, sondern Seele und Körper gleichermaßen in Schwingungen versetzt.
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