EarBooks: Blues, Fado und Fatih Akins Istanbul08.02.2006 15:02 Hamburg - Er ist wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt, der Blues, nachdem beispielsweise der US-Kongress 2003 zum «Jahr des Blues» erklärt hatte, Eric Clapton Robert Johnson wieder ins Bewusstsein rückte und Martin Scorsese mit «The Blues» eine mehrteilige Dokumentation drehte und produzierte.
Auf den Spuren des Blues kann man auch mit dem opulenten EarBook «Black & Blues» wandeln, das mit 97 exzellenten Fotografien von Giuseppe Pino, der sich vor allem als Jazz-Fotograf einen Namen gemacht hat, aufwartet. Big Joe Turner, John Lee Hooker oder Muddy Waters liefern auf vier CDs die Musik zu den Bildern - und umgekehrt. In der themenbezogenen Earbook-Reihe hat Giuseppe Pino auch das Jazz-Buch «Sax!» publiziert. In ihrer Heimat Portugal hat man sie «Die Stimme» genannt - die 1999 im Alter von 79 Jahren verstorbene Amalia Rodrigues, die den Fado-Gesang in fünf Jahrzehnten auf der Bühne auch weit über die Grenzen Portugals hinaus populär machte. Die zumeist traurigen Lieder handeln von enttäuschter Liebe, Heimweh oder von der verlorenen Größe Portugals. Sie sind voller Liebesschmerz, Melancholie und Wehmut. Der Fado - der Name stammt vom lateinischen «fatum» (Schicksal) ab - ist praktisch nur in Amalias Heimat Lissabon zu Hause. In der Universitätsstadt Coimbra existiert aber eine abgewandelte, weniger schwermütige Version. Die Musik hat Anhänger und Gegner. Die einen betrachten den Fado als Ausdruck des «portugiesischen Lebensgefühls» und als das wichtigste Kulturgut des Landes. Die anderen verdammen ihn als sentimentales Getue und fatalistische Volksverdummung. In dem EarBook «Fado Portugués» (120 Seiten, 95 Fotos, 4 CDs), das mit einer CD von Amalia Rodrigues aufwartet, hat sich der Fotograf Luís Pavao auf Spurensuche begeben, um die Seele des Fado zu finden. Was am Bospurus musikalisch los ist, das hat Fatih Akin, türkischstämmige Regisseur aus Hamburg, mit seinem Dokumentarfilm «Crossing The Bridge The Sound of Istanbul» schon eindrucksvoll gezeigt. «Der Film war ein Herzensprojekt für mich», meint Hobby-DJ Akin, der zusammen mit dem Musiker Alexander Hacke von der Band Einstürzende Neubauten vier Monate lang in Istanbul recherchierte, drehte und 150 Stunden Material mitbrachte. «Faszinierend an dieser Musik ist die Leidenschaft», meint er, «aber noch beeindruckender ist, wie die Menschen in Istanbul Musik konsumieren.» Musik sei für sie so etwas wie Nahrung für die Seele. «Die Leute dort kaufen Musik so wie andere zum Bäcker gehen - aus einem existenziellen Bedürfnis heraus.» Für das «Crossing The Bridge»-EarBook hat Fatih Akin die Musik auf vier CDs persönlich zusammen gestellt. Die Fotografien, die während der Dreharbeiten entstanden, zeigen die verschiedenen Facetten der aufregenden türkischen Metropole. |
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