«Duets»: Johnny Cash & June Carter Cash auf CD10.02.2006 11:02 Hamburg - Sie waren wohl so etwas wie Seelenverwandte, «kindred spirits», zwei Menschen, die einfach zusammen sein mussten, gegen alle Widerstände, und davon existierten reichlich. Der eine konnte ohne den anderen nicht leben. Als June Carter Cash im Mai 2003 verstarb, war auch Johnny Cash ans Ende gekommen.
Der von Krankheiten gezeichnete «Man in Black», der in den 90er Jahren mit seinen «American Recordings» ein grandioses Comeback hingelegt hatte, blieb als gebrochener Mann zurück und starb wenige Monate später. Sein Lebenssinn war ihm abhanden gekommen. Diese Frau muss alles gewesen sein für den schwierigen Künstler, Guardian Angel und Guiding Light. Auf der schönen CD «Duets» sind noch einmal alle Songs versammelt, die Johnny Cash und June Carter Cash gemeinsam aufgenommen haben. Wunderschöne Highlights wie «Jackson», «It Ain't Me Babe», «Long-Legged Guitar Pickin' Man» oder «If I were a Carpenter», andere Stücke sind weniger brillant, nicht alles erstklassig. Die meisten Sachen stammen aus den späten 60er und frühen 70er Jahren, einer wohl glücklichen Zeit für das Paar, weil die beiden endlich nach jeweils gescheiterten Ehen zusammenleben konnten. 1968 wurde endlich geheiratet. Als Junge auf der staubigen Baumwollfarm in Mississippi hörte der junge Cash im geliebten Radio bereits die Stimme von June, die mit ihrer Carter Family schon als Kind auftrat und bald zum Star wurde - weniger wegen ihres Gesangstalents, sondern weil June witzig und schlagfertig war. «Walk the Line», James Mangolds für mehrere Oscars nominiertes, unbedingt sehenswertes Biopic erzählt diese Geschichte einer Liebe gegen alle äußeren Zwänge. Dunkle Zeiten gab es immer in dieser Beziehung, auch später, aber beide haben das beherzigt, wovon sie selbst gesungen haben: «Save your Love through Loneliness, save your Love through Sorrow». |
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