Grand Prix zwischen Country und Pop-Balladen08.03.2006 15:03 Hamburg - Vicky Leandros, Thomas Anders und die Band Texas Lightning dürften guter Dinge sein. Zwar wird erst am Donnerstag Abend entschieden, wer von ihnen Deutschland beim Eurovision Song Contest (ESC) am 20. Mai in Athen vertreten darf, doch Gewinner sind die Konkurrenten jetzt schon. Über mangelnde Medienpräsenz können sich die diesjährigen Kandidaten wenigstens kaum beklagen. Mehr geht nicht.
Im Gegensatz zu den Jahren zuvor hat der NDR als Ausrichter des deutschen Vorentscheids zum 50. Grand Prix erlaubt, dass sowohl die Singles als auch die Alben der Künstler schon vor der live aus Hamburg übertragenen ARD-Wettbewerbsgala veröffentlicht werden durften. Zudem hat der Sender dafür gesorgt, dass alle Teilnehmer sich und ihre Songs unter anderem sogar bei «Wetten, dass..?» im ZDF und bei «Beckmann» im Ersten vorstellen durften. Thomas Anders geht als Sänger und Co-Autor von «Songs That Live Forever» ins Rennen. Die Popballade ist im übrigen der einzig wirklich neue Titel auf «Songs Forever», dem 20. Album seiner Laufbahn. Wie es im CD-Booklet heißt, hat Anders Songs zusammengestellt, die man «am knisterndem Kaminfeuer genauso hören kann wie bei einem kühlen Glas Wein auf der Sonnenterrasse». Von Streichern und Piano im opulenten Sound getragen, interpretiert der 43-jährige Rheinland-Pfälzer mit dem gepflegten Dreitagebart eine Auswahl seiner persönlichen Pop-Favoriten aus den 80er Jahren: von Whitesnakes «Is This Love» (1988) über «Sweet Dreams» der Eurhythmics (1983) bis hin zu «You're My Heart, You're My Soul» (1985) im neuen Soundgewand, seinem ersten großen Wurf an der Seite von Dieter Bohlen als Modern Talking. Das Country-Quintett Texas Lightning hält - abgesehen von ihrem Eurovisions-Titel, der neu sein muss - ebenfalls ein Album mit Coverversionen bereit. Die Band um den Comedian und Musiker Olli "Dittsche" Dittrich (49) ist davon überzeugt, dass «in jedem wirklich großen Song ein Countryherz schlägt». Auf ihrem bereits im Sommer 2005 veröffentlichten und nun um «No No Never» ergänzten Longplayer haben die Country-Musiker aus deutschen Landen weder vor Madonnas «Like A Virgin» (1984) noch vor ABBAs «Dancing Queen» (1976) oder AC/DCs «Highway To Hell» (1979) Halt gemacht. «No No Never» hat Jane Comerford, australische Farmerstochter und Texas Lightning-Sängerin, geschrieben. Auch Vicky Leandros hat selbst an dem Song mitkomponiert, mit dem sie in in Athen möglichst viele Punkte holen möchte. Er heißt «Don't Break My Heart» und rundet ihre Doppel-CD «Ich bin wie ich bin» als Bonustrack ab. Mit «Ich bin wie ich bin» bietet die 53-Jährige ihren Fans ansonsten etliche Coverversionen ihrer eigenen großen Erfolge an. Von 33 Titeln sind 23 Neuaufnahmen, darunter «Die Bouzouki klang durch die Sommernacht» (1973), «Theo, wir fahr'n nach Lodz» (1974), «Grüße an Sarah» (1983) und nicht zuletzt «Après toi», ihrem Siegersong beim Grand Prix 1972, als die gebürtige Griechin Luxemburg vertrat. |
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