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musiknews  
 

Jede Menge Ständchen für Udo Lindenberg


17.05.2006 11:05

Hamburg - Was schenkt man einem Künstler zu einem so genannten runden und damit ganz speziellen Geburtstag? Im Zweifelsfall sein eigenes Werk oder Auszüge daraus, nett aufbereitet und in neuer Verpackung.


Udo Lindenberg

Udo Lindenberg feiert Geburtstag.

Für Popmusiker werden zu diesen Anlässen gern in Windeseile Compilations ihrer besten, also kommerziell erfolgreichsten Songs zusammengeschustert. Das hört sich wenig originell an, zumal die echten Fans besagte Hits bereits mindestens ein Mal in ihrer Sammlung haben dürften und die Geehrten selbst sie wahrscheinlich fast nicht mehr hören können.

Im Fall Udo Lindenberg ist das erfreulicherweise ein wenig anders. Zu seinem 60. Geburtstag am 17. Mai haben die beiden Labels (bzw. deren Rechtsnachfolger), bei denen der Deutschrock-Pionier am längsten unter Vertrag gewesen ist, Alben vorbereitet, die sich vom üblichen Best-of-Einerlei unterscheiden.

Universal Music ehrt Lindenberg mit einer kleinen Zeitreise durch seine Karriere, die vor über drei Jahrzehnten mit «Andrea Doria» begann und bis in die Gegenwart währt. Das Besondere an der Zusammenstellung ist, dass für die chronologisch angelegte Doppel-CD «Panik mit Hut. Die Singles 1972 - 2005» nicht nur einstige A-, sondern auch B-Seiten ausgegraben worden sind, wenn diese exemplarischer für Lindenbergs Werdegang oder den früheren Zeitgeist befunden wurden. Mitunter hat man auch Singles ausgewählt, die es niemals regulär zu kaufen gab, da sie nur fürs Radio produziert worden waren. Bedauerlich ist nur, dass zwischen «Hoch im Norden» am Anfang und «Hallo Angie, das Merkel ich mir» als letztem Titel offenbar nur Platz für 36 weitere Songs gewesen und die Sammlung damit keineswegs komplett ist. Das liegt wohl daran, dass der Panik- Rocker immer fleißig war und über die Jahre nicht weniger als 42 Studioalben herausgebracht haben soll.

Der zweite musikalische Geburtstagsgruß kommt aus dem Hause Warner Music, heißt «Damenwahl» und war längst überfällig. Die CD erinnert an Lindenbergs Kollaborationen mit zahlreichen Duettpartnerinnen. «Darf ich bitten?» hat der Erfinder des «Lindenbergschen Ausfallschritts» nämlich offenbar häufig gefragt, auch wenn er kaum als ausgemachter Tanzbär in die Geschichte eingehen wird. Gleichwohl kann mit dieser CD bewiesen werden, dass mindestens 16 Künstlerinnen dem Charme des Rockstars nicht widerstehen konnten und seinem Ruf aufs Parkett gefolgt sind.

Aus Sangespartnerinnen sind nun Gratulantinnen geworden, und dabei sind Annette Humpe, Ulla Meinecke und Yvonne Catterfeld, um nur einige Namen zu nennen. Zu ihnen haben sich die Chinesin Kelly Cha, die Türkin Sezen Akzu und die Russin Alla Pugatschowa gesellt, was dem Umstand Rechnung trägt, dass Lindenberg immer wieder interkulturelle Begegnungen gesucht und gefunden hat. Selbst Marlene Dietrich hat dem Mann mit Hut Ende der 80er Jahre keinen Korb geben wollen. Davon zeugen die Liedzeilen, die die göttliche Marlene dem gebürtigen Westfalen seiner Bitte entsprechend aufs Band gesprochen hat. Es sollen die letzten Tondokumente sein, die sie hinterlassen hat. Lindenberg hat die Stimme der Diva in seine Interpretationen alter Friedrich-Hollaender-Songs eingebaut.

Lindenbergs ehemalige «Pop-Praline» Nena hat mit der «Nachtigall» (Lindenberg über Lindenberg) nicht nur Mikrofon und Bühne geteilt, sondern ihm jetzt auch etwas ins CD-Booklet geschrieben: «Udo ist total warmherzig, er ist charmant, dass man's als Frau kaum aushalten kann. Und er hat so viel bewegt mit seiner Musik. Er ist der Pate.» Ihre Kollegin Nina Hagen ergänzt: «Er war und ist und wird immer eine Revolution sein.»

Das alles wird den selbsternannten Panikpräsidenten sicher freuen zu hören. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch!

 
 
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Künstler-Informationen zu "Udo Lindenberg"