«Personal File»: Das Vermächtnis des Johnny Cash13.06.2006 11:06 Hamburg - Nach seinem Tod im Herbst 2003 wurden in einem Büro hinter dem Aufnahmestudio im «House of Cash» in Tennessee Hunderte von Tapes gefunden, ein riesiges Archiv von «Homerecordings». Darunter befanden sich auch einige als «Personal File» gekennzeichnete Bänder.
Dieses bislang unveröffentlichte Vermächtnis des großen Johnny Cash liegt nun vor, auf der opulenten Doppel-CD «Personal File», eine echte Sensation. Insgesamt 49 unveröffentlichte Songs von Johnny Cash, sehr gut produzierte Aufnahmen aus den frühen 70er und 80er Jahren, ohne Band, nur Cash, seine Stimme und die Gitarre. In perfekter Klangqualität. Der Meister ganz bei sich. Eine wunderbar intime Stimmung zieht sich durch diese Sammlung. Im Sommer 1973, als etliche der Songs aufgenommen wurde, befand sich Cash auf dem Zenit seiner Karriere. Ein respektierter, erfolgreicher, dabei nonkomformistischer Country-Star, glücklich verheiratet mit seiner Kollegin und großen Liebe June Carter Cash. Ruhe schien eingekehrt zu sein im «House of Cash». Auf den «Personal Files» blickt der gut Vierzigjährige zurück, erinnert sich an seine ferne Kindheit in Arkansas, an die Songs, die er im Radio oder von Nachbarn hörte. Cash singt Traditionals, alte Gospels und Folksongs aus dem 20 und 30er Jahren. Dazu erzählt er von seiner Herkunft, der Arbeit als Teenager, und wie er in den Pausen zum Radio lief, um seine Helden zu hören, die Louvin Brothers oder andere «local heroes». Auf der zweiten CD finden sich dann zumeist eigene Sachen von Cash, allesamt unveröffentlicht. In einem schönen Essay, der im Booklet abgedruckt ist, schreibt der amerikanische Musikjournalist Greil Marcus über «Personal File», dieses einzigartige musikalische Vermächtnis: «In der Unmenge von Alben, die Johnny Cash in seinem langen Künstlerleben aufgenommen hat, von «Johnny Cash with his Hot and Blue Guitar», erschienen 1957 in Memphis bei «Sun» bis zu «The Man comes Around» von 2003, gibt es nichts Vergleichbares, Johnny Cash erzählt seine Geschichten und verschwindet in seinen Songs.» |
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