DJane Tracy Young macht selbst Madonna Beine04.08.2006 13:08 Hamburg Tracy Young singt nicht. Sie spielt auch kein Instrument. Trotzdem hat die Amerikanerin in ihrer Heimat schon eine Handvoll CDs auf den Markt gebracht. Hierzulande waren sie bisher wenn überhaupt höchstens als teure Import-Scheiben zu bekommen. Doch das ändert sich gerade mit der Veröffentlichung des ersten Teils der Lounge-/ Dance-Serie «Living Theater», mit der Tracy Young sich jetzt bei uns vorstellt.
Echten Musikkennern dürfte der Name der derzeit wohl erfolgreichsten und bekanntesten DJane Nordamerikas schon mehrfach untergekommen sein. Die junge Frau, die aus Washington D.C. stammt und aus beruflichen Gründen seit 1998 in Amerikas Club-Mekka Miami lebt, hat nicht nur Partys von Lenny Kravitz, Ricky Martin, Sean "P. Diddy" Combs und Cher beschallt, sondern auch House-Versionen gemixt für Songs von Gloria Estefan, Shakira, den Smashing Pumpkins, Christina Aguilera und eben auch für Madonna. Allseits bekannte Hits in tanzbare Formen zu bringen, mag zwar nicht jedermanns Geschmack treffen, doch die elektronische Verarbeitung von Samples zu einem neuen Stück ist mit Sicherheit eine Kunst für sich. Das US-Magazin «Billboard» ist sich dessen selbstverständlich bewusst und hat der DJane nicht zuletzt für den Remix von Madonnas «Music» bescheinigt, ein «ergreifendes Meisterwerk» geschaffen zu haben. Gemeint ist damit sicher auch, dass Young niemals in einen monotonen Bum-Bum-Beat verfällt, wenn sie bereits Vorhandenem ihren eigenen Stempel aufdrückt. Ihre musikalische Handschrift zeugt von Geist und Raffinesse. Davon zeugt auch die Living Theater-Zusammenstellung mit ihren insgesamt elf Uptempo-Remixen von «It?s A Lovely Day» (Erica Jennings) über «New York City» (Fuman Freak) bis «Sweet Johnny» (Kyoko). Zu den neuesten Kunden der Soundtüftlerin Young gehört im übrigen Paris Hilton, für die sie eine neunminütige Fassung ihrer Debütsingle «Stars Are Blind» gemixt hat. Von Vorurteilen hält Young nichts. «Ich mag sie. Jemand wie Paris Hilton muss einfach bewundert werden. Ich meine, dass sie hart arbeitet. Und sie ist auch überhaupt nicht dumm», hat die House-Expertin jüngst im Interview mit «gaywired.com» erklärt. Mit dem Remix für Hilton habe sie es so gehalten wie mit allen anderen Songs auch. Das Original, egal zu welchem musikalischen Genre es gehört, muss ihr gefallen, sonst braucht sie sich gar nicht erst daran machen, es für Tanzflächen aufzubereiten. So sei sie im Fall des singenden Glamour-Girls zunächst skeptisch, dann aber positiv überrascht gewesen, wie gut deren Produktion ausgefallen sei. Begonnen hat Youngs Karriere an Mischpult und Plattenteller schon vor gut 15 Jahren. Damals war sie noch als Studentin an der Universität von Maryland eingeschrieben und hatte den Wunsch, nach ihrer Ausbildung zum Radio oder Fernsehen zu gehen. Doch dann kam alles anders. Ein Hotel in der Nachbarschaft bat die musikbegeisterte Studentin 1990, einer Weihnachtsparty den passenden musikalischen Rahmen zu geben. Für ein paar Dollar Gage packte sie sich einen Haufen Platten und ihr gerade erstandenes Equipment unter den Arm, legte auf, führte ihr Spinning-Können vor und machte ihre Sache so gut, dass schnell weitere Engagements folgten. Tracy Young ist auf dem besten Weg, selbst ein Star zu werden. Damit hatte sie anfänglich nicht gerechnet. Umso mehr ist sie dankbar dafür, dass es ihr gelungen ist, aus ihrem Hobby einen bewegenden Beruf zu machen. |
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