Bushido: Von der Skyline in die Charts13.09.2006 11:09 Hamburg - Ersguterjunge. Natürlich. Er war ja sogar in der RTL-Show «Der große Deutschtest 2006», auch wenn er die meiste Zeit finster in die Gegend sah und sich wahrscheinlich permanent dachte 'Was mache ich hier?'.
Geschadet hat Bushido das alles offenbar nicht, denn sein neues Album «Von der Skyline zum Bordstein zurück» landete auf Anhieb auf dem zweiten Platz der deutschen Album-Charts - zwischen Pur und Bob Dylan. Ganz klar, der Berliner Ghetto-Rapper hat sich längst in den «Rapper aus Gold» verwandelt: «Ich bin ein Hochkaräter, ich rappe ohne Gegner, Leute, mich zu unterschätzen war ein großer Fehler, ich bin die Goldkehle, hol mir einen Dolmetscher, für viele war ich früher nur ein Proll-Rapper», heißt es in der Selbstbeschreibung «Goldrapper». Er ist der gut verkaufende «Mister 100 000», der mit derben Texten, Beleidigungen und gewalttätigem Macho-Gehabe auch sein neues Album füttert, das mit Beats, Piano und Streichern sanft daherkommt, die gewohnten Vulgär-Rhymes sanft umspielend. Das ist der harte Bushido, der als «anstößiger Grenzverletzter» gegen den so genannte «guten Geschmack» rappt, wenn er auch keine Gefahr mehr läuft, jugendgefährdend auf dem Index zu landen. Aber Bushido ist nicht nur der abgebrühte Brachial-Rapper, der unverblümt tief in den Niederungen watet - wie er schon auf «Staatsfeind Nr. 1» mit anrührenden Tracks wie «Engel» zeigte. Manchmal nah dran am Kitsch, aber nicht drüber. Über die Einsamkeit rappt er: «Wenn ein Gangster weint» (Mama, du, ich bin wahnsinnig müde, ihr glaubt es nicht, doch auch Gangster haben Gefühle); und über Missbrauch: «Janine» (Ich erzähl dir 'ne Geschichte, die ist wirklich war, über Janine, ein Mädchen, das erst 14 war). Live geht es demnächst für den Echo-Preisträger (bester Live-Auftritt) auch wieder los. Seine «Deutschland, gib mir ein Mic! Tour 2006» startet am 26. September in Köln. |
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