Starker Blues: The Black Keys in Deutschland08.10.2006 12:10 Wien (dpa/APA) - The Black Keys haben mit Magic Potion kürzlich ihr viertes Album vorgelegt. Musikalisch fühlt man sich gleich nach den ersten paar Takten um vier Jahrzehnte zurückversetzt, so sehr erinnert ihr Stil an Jimi Hendrix oder Cream. Für zwei Konzerte kommen sie nun nach Deutschland.
Ihr Sound ist dabei derartig kraftvoll, dass man mit Erstaunen zur Kenntnis nimmt, es mit einer Zweimann-Band zu tun zu haben. Dass Blues nicht seichtes Gedudel von älteren Herren sein muss, die auf Barhockern lümmelnd ihr geriatrisches Unwesen treiben, sondern mitreißende, starke Musik sein kann, weiß man spätestens seit Jon Spencer. Der ist mit seiner Blues Explosion angetreten, um die Klänge dieses Musikstils, der seine Wurzeln im Süden der USA hat und dort von den afroamerikanischen Künstlern ins Leben gerufen wurde, wieder in ein zeitgemäßes Gewand zu hüllen. Spencer war nur einer von vielen weißen Musikern, die dem Blues seine schwarze Seele zurückgaben, ähnliches versuchten mehr oder weniger gekonnt auch die White Stripes, oder eben die Black Keys, eine Band aus Akron in Ohio, der Stadt in der Goodyear die moderne Gummiindustrie einleitete und in der die Anonymen Alkoholiker gegründet wurden. Dan Auerbach, der sowohl Sänger als auch Gitarrist der Black Keys ist und Patrick Carney an den Drums lassen gemeinsamen einen ungewöhnlich dichten Sound entstehen und Auerbachs Stimme klingt zudem auch rau und melodiös genug, um dem erdigen Klängen eine entsprechende Begleitung zu liefern. Die Black Keys, die ihre Songs statt in Hi-Tech-Studios lieber in Kellern und Gummifabriken aufnehmen, liefern mit «Magic Potion» ein schnörkelloses Album, dessen einziger Makel vielleicht das fehlende innovative Moment ist. Das macht sich aber erst im letzten Drittel bemerkbar, wenn beispielsweise die Akkorde von «Goodbye Babylon» nur eine leichte Variation des nachfolgenden «Black Door» sind und beide Nummern zwar gut sind, aber denen trotzdem das gewisse Etwas fehlt. Diesem Vorwurf kann man «You Re The One» keineswegs aussetzen, das sich als hypnotische Mid-Tempo-Ballade präsentiert und neben «Strange Desire» eine der gelungensten Arbeiten des Duos darstellt. Allen elf Songs gemein ist der minimalistische Ansatz, den Black Keys auf «Magic Potion» zeigen. Hier wird nicht geblendet sondern auf schnörkellose Weise gerockt und nach und nach offenbart sich hier die Zeitlosigkeit und Präzision, zu der Carney und Auerbach fähig sind aufs Neue. So bieten die zwei zwar musikalisch nichts Neues, aber das Altbekannte noch eine Spur verdichteter - und diesmal auch düsterer.
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