Johnny Cashs Leben auf DVD neu aufgerollt13.02.2007 14:02 Hamburg - Selbst eingefleischte Fans von Johnny Cash dürften langsam den Überblick verlieren. Seit dem Tod des Country-Musikers im September 2003 scheint die Welle der Neu- oder Wiederveröffentlichungen seiner Songs gar nicht mehr abreißen zu wollen.
Zu einer Vielzahl von CDs gesellen sich mittlerweile auch mehrere Biografien in Buchform und vor allem jede Menge DVDs. Das jüngste Beispiel heißt «Johnny Cash - The Unauthorized Biography» und verspricht eine tiefgehende Erforschung eines über 71 Jahre währenden Künstlerlebens. Nach James Mangolds Biopic «Walk The Line» (2005/2006), das die Beziehung von Johnny und June Carter Cash in den Mittelpunkt stellt, ist es ein legitimes Ansinnen, den Hollywood-Ansatz über Bord zu werfen und die Vita Musikers nochmals von einem neutraleren Blickwinkel aufzurollen. Doch scheint der Filmemacher und Drehbuchautor John Ross für seine Dokumentation einfach nicht genügend Material an der Hand gehabt zu haben, um das Leben des «Ring Of Fire»-Sängers über 72 Minuten in Bildern zu illustrieren. Es steht zu vermuten, dass Ross nichts anderes übrig blieb, als sich mit einigen auf wenigen Zelluloidmetern gebannten Schnipseln zu begnügen, die Cash bei Konzerten oder Fernsehauftritten zeigen. Selbst sein Fundus an Familien- und Pressefotos scheint begrenzt gewesen zu sein. Manche Fotos werden wenigstens gleich mehrfach eingeblendet. Der echte Johnny-Cash-Kenner kennt sie ohnehin bereits durch die großen, noch zu Lebzeiten des Künstlers erschienenen CD-Boxen aus dem Hause Bear Family Records. Darüber hinaus lässt der Regisseur im Gegenlicht unkenntlich gemachte oder von hinten gefilmte Darsteller diverse Szenen aus Cashs Leben nachstellen und diese dann aus dem Off kommentieren. Das wirkt genauso befremdlich wie der Umstand, dass kein Cash-Song mehr als wenige Sekunden angespielt wird - wahrscheinlich aus rechtlichen Gründen. Aber sollte man es dann nicht lieber lassen? Nicht von ungefähr ist wenigstens Kritik aufgekommen, dass es bei dieser Produktion dann doch eher um Cash als um Johnny gegangen ist. Einzig die als Bonusmaterial auf die DVD gebrannten Interviews mit Johnny Cashs jüngerem Bruder Tommy und seinem langjährigen Drummer W.S. «Fluke» Holland wirken authentisch. Die von einer Kamera festgehaltenen Einblicke in Cashs privates Anwesen am Old Hickory Lake in der Nähe von Nashville, Tennessee, befriedigen zudem durchaus eine gewisse voyeuristische Neugierde: so hat er also gelebt, der «Man in Black». |
|||
| |||
|
|||


