«Mr. Grand Prix» Thomas Hermanns: «Es ist die Pop-Olympiade!»06.03.2007 10:03 Hamburg - Für TV-Comedian Thomas Hermanns (44) hat das alljährliche «Drama» um den Grand-Prix-Vorentscheid längst begonnen. Nicht nur wegen seiner Rolle als Moderator der Sendung am Donnerstag in Hamburg, auch als jahrelanger Fan zählt er schon lange vorher die Tage bis zum Wettbewerb.
«Und der wird bestimmt richtig spannend, weil das Ergebnis diesmal vermutlich super knapp ausfällt», meint Hermanns, der die Show seit mehr als 30 Jahren verfolgt und als heimlicher «Mr. Grand Prix» gilt. Wenn der «Quatsch Comedy Club»- Begründer über den Eurovision Song Contest spricht, gerät er ins Schwärmen: «Es ist die Pop-Olympiade!» Dass der mehr als 50 Jahre alte europäische Musikwettbewerb das Publikum noch immer fasziniert, liegt für Hermanns an dem ganzen, eigentlich «sehr altmodischen Procedere». «Man geht raus, singt, kriegt Punkte. Aber es ist eben das, was dem Ganzen den Reiz lässt und immer lassen wird», meint der Moderator, der den Vorentscheid im vergangenen Jahr zum ersten Mal präsentierte. «Das hat für mich immer noch dieselbe Dramatik wie in den 70ern. Es geht um den einen Abend, den einen Auftritt», betont er. Das sei eben nicht so, als würde «Beyonce mal wieder das Vollplayback anschmeißen oder Justin Timberlake eine neue Auskopplung im vierten Remix testen». Das Rennen um das Ticket zum Finale in Helsinki (12. Mai) ist für den 44-Jährigen völlig offen. «Das hängt von der Performance selbst ab, aber auch von den Hightec-Kids.» Die Fans der Casting-Band Monrose seien es eher gewohnt, per Handy und SMS abzustimmen, als die Anhänger des Swingmusikers Roger Cicero und des Rocksängers Heinz Rudolf Kunze. Dennoch werde die Performance selbst eine große Rolle spielen. «Cicero bringt seinen Titel sehr charmant, cool und lässig», meint der Experte. «Die Ballade von Monrose - auf Englisch gesungen - hat ganz klar den internationalen Anspruch.» Aber auch Kunze habe viele Fans und sei lange im Geschäft - «der weiß genau, was er tut». Beim Finale am 12. Mai in Helsinki wird Hermanns live aus Hamburg verkünden, wem die Deutschen ihre zwölf Punkte gegeben haben. Wer auch immer dann für Deutschland antritt, der Druck auf ihn wird nach Erfahrung des Experten «enorm» sein. «Man steht da für sein Land, alle schauen zu - das ist nicht etwas, was man auf einer Backe absitzt», meint Hermanns, der sich beim Vorentscheid nicht als «Moderations-Domina, sondern als Mutter der Truppe» sieht. Er selbst hat danach schon das nächste Ziel im Visier: «Im Sommer drehe ich meinen ersten Kinofilm, eine kleine Independent-Komödie über das Leben am deutschen Stadttheater - eine Art falsche Dokumentation.» Auch der «Quatsch Comedy Club», den Hermanns 1992 in Hamburg gründete und dessen gleichnamige TV-Show auf ProSieben läuft, gehört weiterhin zu den Projekten des Komikers. Zwischenzeitlich mit dem «QCC» nur noch in Berlin vertreten, kehrte er vor einem Jahr an die Geburtsstätte auf St. Pauli zurück und eröffnete auf der Reeperbahn eine zweite Spielstätte. «Die Hamburger haben den "QCC" sehr gut aufgenommen, ähnlich wie die Berliner. Einziger Unterschied ist, dass die Hanseaten gelegentlich etwas netter, freundlicher reagieren», erzählt er. «Der Hauptstädter mag es halt gern ein bisschen derber. Wenn die Hamburger sich mal entschlossen haben, auf die Reeperbahn zu gehen, sind sie auch sehr feierfreudig.» |
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