Grand Prix: Serbien auch ohne osteuropäische Stimmen Sieger14.05.2007 16:05 Hamburg/Helsinki - Die vermeintliche Übermacht der osteuropäischen Länder im Finale des Eurovision Song Contest in Finnland lässt sich rechnerisch widerlegen.
Das Ergebnis der Abstimmung vom Samstag in Helsinki wäre auch ohne Stimmrecht für den ehemaligen «Ostblock» kaum anders gewesen: Die serbische Siegerin Marija Serifovic («Molitva») hätte auch ohne die Stimmen der Osteuropäer gewonnen - mit 128 statt 268 Punkten (eigene Berechnung). Folgen würde weiterhin die Ukraine. Die Türkei und Russland hätten die Plätze drei und vier getauscht. Der Deutsche Roger Cicero wäre ohne den Einfluss der Ostländer von Platz 19 auf 14 vorgerückt. Für die Rechnung wurden die vergebenen Punkte von ehemaligen Ostblock-Staaten wie etwa Weißrussland, Estland, Rumänien, Albanien, Polen und Tschechien nicht für die Abstimmungssumme berücksichtigt. Für den deutschen Grand-Prix-Verantwortlichen Jan Schulte- Kellinghaus vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) geht das Ergebnis des Grand Prix völlig in Ordnung: «Ein toller, starker Song hat gewonnen.» Dass dennoch benachbarte Länder für einander abstimmen, sei kein neues Phänomen: «Die Sympathiewertungen sind so alt wie der Wettbewerb selbst», sagte Schulte-Kellinghaus am Montag in Hamburg. Allerdings sei zu beobachten, dass diese in den vergangenen Jahren zugenommen hätten. An der Diskussion über eine mögliche Änderung des Abstimmungsverfahrens werde sich der NDR «engagiert beteiligen». Dennoch brauche ein möglicher Sieger die Stimmen aus allen Teilen Europas. «Anders kann man nicht weit nach vorne kommen.» Kritiker hatten bemängelt, dass die Länder aus dem Osten wegen Kungelei die vorderen Plätze belegt hätten. «Da muss sich etwas ändern, ich weiß nur noch nicht was», kommentierte zum Beispiel die deutsche Stimme des Grand Prix, Peter Urban, die Punktevergabe. Immerhin 19 der 21 abstimmenden Länder Osteuropas gaben einem ehemaligen sozialistischen Bruderstaat die Höchstwertung. Der serbische Siegertitel erhielt von allen ehemaligen jugoslawischen Republiken - Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Slowenien und Mazedonien - zwölf Punkte. |
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