Stars für den Klimaschutz - «Live Earth» in Hamburg08.07.2007 12:07 Hamburg - Mit geballter Rockpower, Staraufgebot und Lokalkolorit hat sich Deutschland bei den weltweiten «Live Earth»- Konzerten stimmgewaltig zu Wort gemeldet. Latino-Sängerin Shakira, Frauenschwarm Enrique Iglesias, die Rockband Silbermond und der als Cat Stevens bekannt gewordene Yusuf begeisterten am Samstag in Hamburg beim rund neunstündigen Musikmarathon für den Klimaschutz.
Mehr als 20 Künstler, darunter Popsänger Sasha und Lokalmatador Lotto King Karl, traten im Volkspark auf. Im strömenden Regen blieb das Stadion in der ersten Hälfte zwar zunächst halb leer. Dann brach aber immer häufiger die Sonne durch und die Ränge füllten sich zunehmend. Mit etwa 30 000 Tickets waren jedoch nur zwei Drittel der Karten für die einzige Deutschland-Show der globalen Klimaschutz-Konzertreihe verkauft worden. Rund 500 Medienvertreter aus dem In- und Ausland berichteten nach Veranstalterangaben über das Spektakel, dem Shakira einen umjubelten Auftakt bescherte. Mit heißen Rhythmen brachte die Kolumbianerin die Fans zum Tanzen. In hautenger schwarzer Hose und blauem Top kreiste das 1,50 Meter große Energiebündel aufreizend mit den Hüften, warf die wilde Mähne schwungvoll zurück, während vor der Bühne der Regen nur so niederprasselte. An den Fans unter den Regenschirmen ging das nicht spurlos vorüber, begeistert sangen und wippten sie mit bis zum Hit «Hips Don't Lie». Abgesehen vom Wetter ein Auftakt nach Maß, dem mit US-Rapper Snoop Dogg der nächste Paukenschlag folgte. Snoop heizte den Zuschauern mit seinem Sprechgesang ein, die mit lauten Chören reagierten. Kreisch- Alarm löste Mädchenschwarm Enrique Iglesias aus, bei dessen Auftritt sogar die Sonne herauskam. Als einer der wenigen Künstler ging er ganz nah ran an die entzückten - vor allem weiblichen - Fans in der ersten Reihe, machte Handy-Fotos und eroberte die Hanseaten mit seinem temperamentvollen «Hamburgo»-Gruss. Der stimmungsvolle Abschluss des Abends aber war Yusuf vorbehalten. Doch ausgerechnet der als Cat Stevens bekannt gewordene Stargast hatte mit technischen Problemen zu kämpfen. Trotz vereinzelter Pfiffe und Buh-Rufe munterten die Hamburger den 58- Jährigen mit viel Applaus auf. Als er seinen Welterfolg «Wild World» sang, stimmte die Menge lauthals mit ein und ließ ihn nicht ohne Zugabe gehen - die einzige des Abends. Weitere internationale Gäste waren die schwedische Rockband Mando Diao, Balladen-Sängerin Katie Melua und Soundgarden-Frontmann Chris Cornell. Auch die heimischen Musiker begeisterten die Menge. Vor allem die derzeit erfolgreichste deutsche Rockband Silbermond ließ es auf der Bühne mit ihren Songs wie «Zeit für Optimisten» krachen. «Großen Respekt, dass ihr trotz des Regens aushaltet», rief Sängerin Stefanie Kloß. «Lasst uns ein kleines Lebenszeichen in die Welt senden!», forderte die Frontfrau der Bautzener Musiker, um kurz darauf sämtliche Besucher in der Arena zum Auf- und Abspringen zu animieren. Stürmischen Applaus ernteten auch die Berliner Elektropop-Band MIA sowie die Sänger Sasha, Roger Cicero und Jan Delay. Für Aufheiterung sorgte Komiker Michael Mittermeier mit seinen Gags zum Thema Klimawandel: «George Bush glaubt ja heute noch, dass El Niño ein Rebellenführer in Nicaragua ist.» Als am Abend Lokalmatador Lotto King Karl die Bühne betrat, kochte die Stimmung endgültig über. Die Atmosphäre beim «Heimspiel» des HSV- Stadionsprechers stellte alle anderen Auftritte im Stadion des Bundesligisten in den Schatten. So hielt es auf den Rängen niemand mehr auf den Sitzen, als Lotto die Hymne «Hamburg meine Perle» anstimmte. Die Nachfrage nach Tickets in der Hansestadt war aber deutlich geringer als bei den anderen «Live Earth»-Konzerten. Im Gegensatz zu London oder Sydney, wo die Karten innerhalb kurzer Zeit ausverkauft waren, hatten die hiesigen Veranstalter bis zuletzt mit Rabattaktionen versucht, die Ränge voll zu bekommen. Die Konzertserie rund um den Globus wurde von dem Umweltaktivisten und früheren US-Vize-Präsidenten Al Gore ins Leben gerufen, um auf die drohenden Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen. Insgesamt dauerte das globale Musikspektakel über die verschiedenen Zeitzonen hinweg rund 24 Stunden. |
||||
| ||||
|
||||


