Scorpions spielten im Amazonas-Urwald10.08.2007 15:08 Rio de Janeiro/Manaus - Mit dem größten Rock-Konzert der Geschichte im Amazonas-Urwald hat die deutsche Band Scorpions ihren Beitrag zum Schutz der «grünen Lunge» der Erde geleistet.
Die Musiker um Sänger Klaus Meine begeisterten in der Nacht zum Freitag unter dem Motto «Stoppt die Entwaldung! Ohne Amazonas keine Zukunft!» mit viel Energie mehr als 30 000 Menschen, die sich im Sambodromo in Manaus versammelt hatten. «Die Menschen waren aus dem Häuschen, so etwas haben sie hier noch nie erlebt», staunte Daniela Montalto von der Umweltschutzgruppe Greenpeace Brasilien. Das Konzert ging erst nach zweieinhalb Stunden um drei Uhr morgens (9.00 MESZ) zu Ende. Damit unterstützen die Scorpions zum Start ihrer Südamerika-Tournee die Greenpeace-Aktion zum Schutz des größten Urwaldgebiets der Erde. Mehrfach unterbrachen die Musiker die Show und die Aufnahme des DVDs «Scorpions Live in Manaus», um die Bedeutung des Urwalds für den Planeten hervorzuheben. «Uns fehlte gerade so eine Show am Amazonas, um unsere Karriere sozusagen komplett zu machen», hatten die Musiker, die mit ihren Rockballaden und Riffs wie wohl keine andere deutsche Band weltweit bekannt wurden, vor dem Konzert erklärt. Der brasilianische Regenwald sei ein Symbol für das Leben auf dem Planeten, meinte Meine. Mit dem Konzert sollten die Menschen wachgerüttelt werden, damit auch den letzten bewusst werde, wie wichtig die Ökologie sei. «Ich habe einmal zu Hause in Deutschland einen Dokumentarfilm über die Region gesehen, mit den Flüssen, dem Wald, und plötzlich sieht man viele Kinder in einem Boot, die unser Hit "Wind of Change" singen, das hat mich sehr berührt. Musik vereint die Menschen wirklich über Grenzen hinweg. Und da kam mir die Idee, das Konzert im Urwald zu machen», erklärte der 59 Jahre alte Rock-Sänger aus Hannover. Mitten im tiefen Urwald hatten die Scorpions ein besonderes Publikum: Unter den Rockfans jeden Alters, die mit T-Shirts ihre Liebe zur Band aus dem entfernten «Alemanha» kundtaten, mischten sich auch unzählige Damen aus der «Regenwald-High-Society» in Stöckelschuhen und ältere Herren in Anzügen. Sie alle tanzten auch zu Evergreens wie «Still Loving You», «Rock You Like A Hurricane» und «Send Me An Angel». Zwischen den einzelnen Songs wurden Videos über die Schönheit und die Bedrohung des Amazonas gezeigt, in denen die Konzertbesucher zum Handeln aufgefordert wurden. Ein großer Teil der DVD-Einnahmen wollen die Scorpions an Nichtregierungsorganisationen aus dem Umweltschutzsektor spenden. «Der "Wind of Change" weht für die Scorpions auch nach vier Karrierejahrzehnten weiter», stellte das brasilianische Nachrichtenportal G1 anerkennend fest. Themen wie globale Erwärmung, Zukunftsangst und Hoffnung spielen im neuesten Album der Scorpions «Humanity - Hour 1» bereits eine wichtige Rolle. «Unsere Botschaft lautet: Egal wo du bist, du kannst an Wenden glauben und zu einer friedlicheren Welt beitragen», ist Meine überzeugt. «Die Zeit in Sachen Regenwaldschutz läuft ab», warnt Greenpeace unterdessen. Etwa 1000 Pflanzen- und Tierarten seien heute im Amazonasurwald vom Aussterben bedroht. In den vergangenen 40 Jahren wurden rund 700 000 Quadratkilometer Urwaldfläche zerstört - das entspricht zwei Mal der Größe Deutschlands. Damit hat der Amazonas schon 17 Prozent der ursprünglichen Fläche verloren. Forscher gehen davon aus, dass sich der Amazonasregenwald zur Steppe umwandeln wird, sollten erst einmal mehr als 40 Prozent zerstört sein. |
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