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Kate Nash ist Englands neuer Shooting Star


11.09.2007 13:09

London - Ein wenig erinnert Kate Nash an Decca und die Beatles. Als die noch unbekannten Jungs aus Liverpool bei dem Label vorspielten, lehnten die Decca-Bosse sie ab - es war die dümmste Entscheidung der Musikindustrie.


Kate Nash

Kate Nash gibt am 07.09.2007 ein Konzert im Bloomsbury Ballroom in London.

Als die sommersprossige Kate Nash im Frühsommer ihre ersten Aufnahmen an kommerzielle Radiosender schickte, erntete sie Ignoranz. Die 20-jährige, höhnte die Zeitung «Independent», habe beste Chancen «auf den Preis für das schlechteste Album des Jahres». Wenig später landete Nash mit «Foundation» einen Single-Hit und «Made Of Bricks» erreichte auf Anhieb den Spitzenplatz der britischen Album-Charts.

Heute stehen Fans stundenlang an, um bei ihren ausverkauften Konzerten einen Platz vor der Bühne zu bekommen. «Kate ist genau das, worauf wir schon ganz lange gewartet haben, ohne dass wir es wirklich wussten», sagte die 17-jährige Carly Daniels kürzlich bei einem Nash-Konzert in Londons Bloomsbury Ballroom. «Sie ist unsere neue Stimme, sie ist, wie wir sein wollen.»

Der Durchbruch kam im August am legendären Carling Weekend mit dem Doppelfestival in den Städten Reading und Leeds. Kenner achten kaum noch auf die großen Rocker, die alljährlich mit Hubschraubern zu den Festivals eingeflogen werden, sondern auf die unbekannten Bands im Vorprogramm. Es gilt längst als Wiege der Shooting Stars. Erst waren es die Arctic Monkeys. Dann die Klaxons, und in diesem Sommer entpuppte sich Kate Nash als «Next Big Thing» des Königreichs.

Neben dem Festivalerfolg habe vor allem ihr Internet-Auftritt beim Community-Netzwerk MySpace und die dadurch beflügelte «Mundpropaganda» dafür gesorgt, dass Nash den «bislang schnellsten Steigflug zum Megaruhm begonnen hat», schrieb der «New Music Express» (NME). Kein Wunder, dass das einflussreiche britische Pop- und Rockmagazin Nash jetzt auf der Titelseite zeigte. Wer das schafft, noch dazu in so kurzer Zeit, hat noch Großes vor sich.

Doch den Gedanken an Ruhm und eine Weltkarriere verdrängt die Londonerin, die in den Medien als würdige Nachfolgerin für gleich zwei Jungstars gehandelt wird: Lilly Allen und Amy Winehouse. «Mal abgesehen von einer guten Beziehung zu meinem Publikum ist mir vor allem meine Musik wichtig», sagt Nash.

Und wie beschreibt sie ihre Musik, welche Einflüsse hat sie verarbeitet? Bei dieser Standardfrage demonstriert Nash Humor: Sie verweist auf ihre MySpace-Seite, wo unter «Influences» neben der Metropole London, gelangweilte Teenager, Politik, Geschichten, Gedichte, Kabarett und Stilrichtungen wie Punk, Rock, Folk, Jazz, Hip-Hop und Garagenrock auch noch annähernd 100 Musiker aufgezählt werden - von den Beatles bis zu The Young Ones.

«Ich will damit sagen: Fangt doch gar nicht erst an, mich in eine Schublade zu stecken», erklärt Kate. «Dagegen wehre ich mich.» Auch sonst weiß die Gitarre, Klavier und Synthesizer spielende Musikerin, die alle ihre Songs selbst schreibt, genau wogegen sie sich wehrt. «Dumme Politiker» zum Beispiel. «So einer wie Tony Blair, der uns den Irak-Krieg eingebrockt hat.»

Nicht nur mit ihrem klaren politischen Blick auf die Welt ist sie ganz anders als so manch andere britische Popstars. «I don't do drugs», sagt Kate entschieden. Sie hat kein Verständnis dafür, dass Musiker wie Pete Doherty oder Amy Winehouse sich volldröhnen. «Ich will kreativ sein. Mir geht ständig etwas im Kopf herum. Ich schreibe, nicht nur Songs, auch Geschichten. Da würden Drogen mich doch nur ablenken.»

Wer sie live kennenlernen will, muss nicht unbedingt in den nächsten Wochen zu einem ihrer zahlreichen Auftritte in Großbritannien anreisen. Am 1. Dezember tritt sie in Hamburg auf, danach in Berlin (3.), München (5.) und Köln (6.).

 
 
Links zum Thema
Künstler-Informationen zu "Shooting Star"
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