The Ramones Live: 119 Songs auf DVD05.10.2007 12:10 Hamburg - Gabba Gabba Hey! Vier Brüder im Geiste wollten sie sein, doch so richtig gemocht haben sich Joey, Johnny, Dee Dee und Tommy Ramone nie. Aber mit ihren simplen drei Akkorden, einem wahnwitzigen Tempo und wütenden Texten wurden die Ramones zu Pionieren und Prototypen des Punk.
1974 im New Yorker Vorort Queens gegründet, starteten die Ramones ihre Revolution im legendären New Yorker Club CBGB's - ein mit Sägemehl bestreuter und mit Hundehäufchen verseuchter Bowery-Schuppen. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Aufnahmen auf der sagenhaften Doppel-DVD «The Ramones - It's Alive 1974-1996», auf der die Karriere der Band mit 33 Shows und 119 Songs dokumentiert ist. Das CBGB's gibt es nicht mehr, die Ramones haben sich nach über 2000 Live-Shows und etlichen legendären Alben 1996 aufgelöst - geblieben sind Songs wie «Sheena Is A Punk Rocker», «Blitzkrieg Bop» oder «Beat On The Brat». «Jeder übernahm den Sound von uns», hatte Joey Ramone einmal über den Ursprung der Punkmusik gesagt, «ob die Sex Pistols oder die Dead Kennedys oder Black Flag oder sonst wer; niemand spielte so (vor uns).» Zu den Anfangstages des Punk führen die Schwarzweiß-Aufnahmen der 1974er-Konzerte im CBGB's oder Max's Kansas City zurück, als ein drogenabhängiger Ex-Stricher, ein Zwangsneurotiker, ein despotisches Ekel und ein recht normaler Schlagzeuger, der später ausstieg, um nicht den Verstand zu verlieren, ihr obligatorisches «1-2-3-4» in die Welt hinausbrüllten und musikalische Maßstäbe setzten. Diese verwackelten Aufnahmen mit einem eher bescheidenen Sound zeigen vier Vorstadt-Kids, die ziemlich genau zu wissen scheinen, was sie da tun. Von Dilettantismus keine Spur. Der verstorbene Clash-Frontmann Joe Strummer hat die Live-Wirkung der Band einmal ziemlich genau auf den Punkt gebracht: «Man stand wie unter Strom, wegen der steten Attacken der Lieder.» Aus den kleinen Clubs haben sich die Ramones mit Hartnäckigkeit heraus gespielt, feierten 1977 ein legendäres Silvester-Konzert in London, mussten kuriosen Sitz-Pogo beim Auftritt im Bremer Musikladen (1978) hinnehmen und traten bei den großen Festivals schließlich vor 100 000 Leuten auf. Da waren die verwackelten Schwarzweiß-Bilder längst farbig geworden. Auch in der Mode setzten die Ramones, deren Popularität sich aber nur bedingt in Verkaufszahlen ausdrückte, Maßstäbe: Die Jeans mussten völlig zerschlissen sein, die Lederjacken schäbig und schwarz, die Sonnenbrillen besonders dunkel. Die Haare sahen aus wie zu lang geratene und verfilzte Pilzköpfe der Beatles. Von Paul McCartney hatten Jeffrey Hyman (Joey), John Cummings (Johnny), Douglas Glen Colvin (Dee Dee) und Tommy Erdelyi (Tommy) den Namen ihrer Band. Der hatte sich in seinen Sauf- und Rüpeljahren mit den Silver Beatles Phil Ramone genannt. Von der Ur-Besetzung lebt heute nur noch Tommy Ramone: Sänger Joey Ramone war im Jahr 2001 im Alter von 49 Jahren an Krebs gestorben. Bassist Dee Dee Ramone kam ein Jahr später ebenfalls mit 49 durch eine Überdosis Drogen ums Leben. Gitarrist Johnny Ramone erlag 2004 im Alter von 55 Jahren nach fünfjährigem Kampf dem Prostatakrebs. |
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