Kate Nash bietet feine, kleine Songs über das Leben02.12.2007 12:12 Hamburg - Sie singt feine, kleine Songs über die alltägliche Last mit der Liebe und dem Leben. Mit ungewöhnlichem Instrumenteneinsatz und gefühlvollen Texten voll britischem Humor hat Kate Nash in diesem Sommer den Sprung ganz nach oben geschafft. Ihr Debütalbum «Made Of Bricks» schaffte es an die Spitze der britischen Hitparade, schon wird die 20-jährige Londonerin als der neue Stern am Indie-Pop-Himmel und Nachfolgerin von Lily Allen gefeiert. Am Samstagabend startete sie ihre erste Deutschlandtournee in Hamburg - mit Erfolg. Die 800 Fans im kleinen Club Grünspan auf der Reeperbahn gingen begeistert mit, als Nash ihr Album sowie ein paar weitere Songs vorstellte. Beim Hit «Foundations», ein Lied über den vergeblichen Versuch, an einer längst verwelkten Beziehung festzuhalten, sangen die meist weiblichen Fans lautstark mit. Leider ging Nashs wunderbar dicker Londoner Akzent, der ihren Liedern diesen gewissen lakonischen Charme gibt, im nicht optimal abgemischten Soundbrei etwas unter. Am ehesten kam Nash der Poesie ihres Albums nahe, wenn sie nur mit Akustikgitarre bewaffnet die leisen Töne anschlug. Die energiegeladenen, schnelleren Songs kamen trotz des leidenschaftlichen Einsatzes der 20-Jährigen nicht wirklich gut rüber. Zu leise die Stimme und das E-Piano, zu laut das Schlagzeug, zu breiig der Sound. Die Fans, meist Altersgenossen der Londonerin, waren dennoch begeistert von dem 70-minütigen Auftritt. Kein Wunder, denn Nashs Lieder transportieren das Lebensgefühl ihrer Generation: Sie sind gefühlvoll, ohne kitschig zu sein, beschreiben Trauriges ohne Pathos. Wenn Nash von der poetischen Liebeserklärung eines schüchternen Jungen singt wie in «Birds» oder mit kräftig-direkten Worten den notorischen «Dickhead» (Schwachkopf) abkanzelt, kommt das an. Die Musik ist schnörkellos, überrascht aber mit Geigen oder eindringlichen Percussions. Sie selbst verzichtet auf jegliche Attitüde, ist das Mädchen von nebenan mit sympathisch ungestylter langer Mähne und ohne Modelfigur. Ihre Stimme, mal im ironischen Sprechgesang, dann wieder einschmeichelnde Melodien säuselnd, berührt die Hörer. Bleibt zu hoffen, dass bei den nächsten Konzerten in Berlin (3.12.), München (5.12.) und Köln (6.12) auch der Sound mitmacht - ausverkauft sind sie ohnehin schon. |
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