No Angels triumphieren beim Grand Prix-Vorentscheid07.03.2008 12:03 Hamburg - Wie auch immer die No Angels beim Eurovision Song Contest abschneiden, ein Verlierer steht bereits fest: Gemessen an der Einschaltquote ist der Grand-Prix-Vorentscheid am Tiefpunkt angelangt. So niedrig war die Quote noch nie, seit der Norddeutsche Rundfunk (NDR) 1996 die Federführung übernommen hat. Gerade mal 3,47 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 11,0 Prozent) schalteten die ARD- Show am Donnerstagabend ein - fast eine Million weniger als im Vorjahr (4,60 Millionen). Dabei hatte der NDR sein Konzept bereits überarbeitet, denn auch die Quote von 2007 war im Vergleich zum Jahr zuvor deutlich gesunken - 2006 hatten 5,28 Millionen eingeschaltet. Der NDR erhöhte daraufhin die Zahl der Kandidaten von drei auf fünf, Moderator Thomas Hermanns plauderte mit Promi-Paten wie Grand- Prix-Urgestein Katja Ebstein und TV-Komiker Oliver Pocher über die Chancen der einzelnen Teilnehmer. Doch mit Ausnahme der No Angels waren keine großen Namen im Rennen, die dem Vorentscheid zu mehr Aufmerksamkeit hätten verhelfen können. Ausschließlich auf Pop setzten die Veranstalter diesmal, in der Hoffnung auf ein besseres Abschneiden im internationalen Finale. Keine für den Grand Prix ungewöhnlichen Musikstile wie Country oder Swing, keine extrem auffälligen Teilnehmer wie zu Zeiten der Spaßfraktion mit Guildo Horn oder Stefan Raab - kaum Schlagzeilen im Vorfeld. Zudem gab es mit Live-Fußball und «Germany's Next Topmodel» starke Konkurrenz. Die siegreichen No Angels indessen waren nach der Show in Feierlaune. Vor Freude strahlend zeigten sie sich auf der Pressekonferenz und feierten später ausgelassen auf der Party weiter. Sie fühlten sich «grandios», sagte Sandy und lobte Konkurrentin Carolin Fortenbacher: «Sie war wirklich fantastisch.» Mit der 43- jährigen Sängerin, die fünf Jahre lang im Hamburger Musical «Mamma Mia!» auf der Bühne stand, hatte sich die einstige Girls-Band ein Herzschlagfinale geliefert. In der zweiten Wahlrunde stimmten 50,5 Prozent der Anrufer für die No Angels, sämtliche männliche Teilnehmer - die Bands Marquess und Cinema Bizarre sowie Sänger Tommy Reeve - waren da schon nicht mehr im Rennen. «Wir waren sehr überwältigt», berichtete Lucy, die zugleich Hoffnung auf viele Punkte aus ihrem Heimatland Bulgarien weckte. Zeit für eine große Promotion-Tour durch Europa bleibe bis zum Finale am 24. Mai in der serbischen Hauptstadt Belgrad nicht. «Diesmal sollte es wieder um die Musik gehen, die echten Grand-Prix-Fans interessieren sich nicht dafür, aus welchem Land welche Band kommt», meinte Lucy optimistisch. «Das ist alles viel poplastiger geworden und jetzt so eine kunterbunte Mischung an Musik, da passen wir wunderbar rein», sagte Sandy. «Wir sind eine Multi-Kulti-Gruppe, wir machen Pop-Musik und die passt jetzt besser denn je dahin.» Welche Chancen die No Angels beim Eurovision Song Contest wirklich haben, vermochte Musikerin und Gesangsdozentin Jane Comerford nicht zu sagen. «Der Song ist sehr schön, Styling und Performance waren perfekt. Die Band hat einen sehr großen Glamoureffekt», urteilte die Sängerin, die 2006 mit der Country-Band Texas Lightning Platz 15 beim internationalen Finale belegt hatte. 2007 kehrte Swingmusiker Roger Cicero mit einem 19. Platz zurück. «Mit ihrem Look und ihrem Act passen die No Angels sehr gut in den heutigen Grand Prix», meinte Comerford. Was die Zuschauer in Europa favorisieren, bleibt abzuwarten. «Zuletzt war es so, dass extrem ungewöhnliche Typen wie die finnischen Hardrocker Lordi oder die Serbin Marija ?erifovic gesiegt haben.» Gewonnen haben Sandy, Lucy, Nadja und Jessica für sich selbst aber schon jetzt. Eine Niederlage beim Vorentscheid hätte wohl das Ende ihres Comebacks bedeutet. Vor einem Jahr war die im Jahr 2000 aus der Castingshow «Popstars» hervorgegangene Band nach einer Pause zurückgekehrt, konnte aber nicht an die alten Erfolge anknüpfen. Comerford, selbst zuletzt «Popstars»-Jurorin, meinte: «Der Vorentscheid-Sieg wird ihnen wieder Aufwind geben.» |
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