Die No Angels wollen in Belgrad den Titel22.05.2008 12:05 Hamburg/Belgrad - Selbstbewusst sind die No Angels in Belgrad eingeschwebt: «Wir wollen gewinnen oder zumindest in den Top Five landen», sagen die vier Sängerinnen, die Deutschland am 24. Mai (Samstag) in der serbischen Hauptstadt beim Eurovision Song Contest vertreten. «Wir haben einen tollen Song, sind tolle Mädels, haben eine tolle Show - das müsste eigentlich ganz gut ankommen», meint Nadja. Mit dem Lied «Disappear» steht die Band im großen Finale des Wettbewerbs, an dem sich 43 Nationen beteiligen. «Wenn wir sagen, wir wollen die Nummer Eins werden, soll das nicht arrogant klingen», betont Lucy. «Sondern wir wollen eben wirklich etwas reißen!» Mit ihrem Grand-Prix-Titel hatten sich die No Angels beim nationalen Vorentscheid im März dieses Jahres in Hamburg gegen vier Konkurrenten durchgesetzt. Der Sieg gelang ihnen mit einem denkbar knappen Vorsprung: Mit 50,5 Prozent der Anrufer übertrumpften sie in der finalen Abstimmungsrunde ihre hartnäckigste Konkurrentin Carolin Fortenbacher (49,5) gerade mit einem Prozentpunkt. Als prominenteste Favoriten waren die Sängerinnen damals gestartet, um nach Roger Cicero (19. Platz 2007) für Deutschland singen zu dürfen. Die Band war im Jahr 2000 als Sieger aus der TV-Castingshow «Popstars» hervorgegangen und feierte seitdem Nummer-Eins-Hits und Millionen- Plattenverkäufe. Nach ihrem ersten Erfolg mit «Daylight In Your Eyes» ging es für Lucy (32), Sandy (27), Nadja (26) und Jessica (31)- damals noch mit Vanessa (28) - steil nach oben, eine Chartplatzierung jagte die nächste. Doch 2003 löste sich die Gruppe auf, die Musikerinnen gingen fortan getrennte Wege. 2007 folgte das Comeback als Quartett - und bereits damals lag eine Anfrage der Grand-Prix-Macher vor. Doch während die No Angels seinerzeit «vollkommen überladen mit den Comeback-Vorbereitungen» waren, schien ihnen in diesem Jahr der richtige Zeitpunkt gekommen. Auch, weil der Grand Prix eine andere musikalische Richtung eingeschlagen habe. «Jetzt sind Pop, Entertainment und Show gefragt - das ist unser Gebiet», sagen sie. An ihrer Tanznummer «Disappear» haben sie seit dem Vorentscheid weiter gefeilt, obwohl sie ursprünglich mit einer ähnlichen Show wie in Hamburg im internationalen Finale auftreten wollten. «Aber je mehr Zeit verging, desto größer wurde der Wunsch nach etwas Neuem», berichtet Lucy. «Wir haben neue Effekte eingebaut, neue Outfits und uns viele Dinge überlegt, die Grand-Prix-Fans gern sehen.» Auf Stimmenfang im Ausland geht ihre Plattenfirma Universal Music, die rechtzeitig zum Eurovision Song Contest das Album «Very Best Of No Angels» europaweit veröffentlicht. Mit ihrem Wettbewerbstitel schafften sie es in den deutschen Single Charts bereits auf Platz vier. Und auch in den Hitparaden Österreichs, der Schweiz und in Lucy's Geburtsland Bulgarien gelangen ihnen Platzierungen. Bei einer Vorentscheid-Niederlage hatten viele das Aus für die No Angels vermutet, die sich als einzige Castingshow-Gewinner in Deutschland über längere Zeit erfolgreich behauptet haben. Denn bei den Plattenverkäufen konnte das Quartett mit seinem Comeback nicht an frühere Erfolge anknüpfen. Doch selbst von einem schlechteren Abschneiden in Belgrad wollen sich die Sängerinnen - einzige Damen- Band im Wettbewerb - nicht entmutigen lassen. «Darüber machen wir uns keine Gedanken», sagt Nadja. «Man hat es ja auch bei Roger Cicero im letzten Jahr gesehen: Auch wenn er keine gute Platzierung gemacht hat, er wurde mit offenen Armen empfangen und niemand hat infrage gestellt, dass er ein großartiger Künstler ist.» |
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