Hektischer Tourstart von Alanis Morissette06.06.2008 12:06 Frankfurt/Main Mit «Aromen der Verwirrung» lässt sich der Titel des neuen Albums von Alanis Morissette, «Flavors of Entanglement», übersetzen. Ein wenig verwirrt schien die kanadisch-US-amerikanische Sängerin, die in den 90er Jahren mit Hits wie «Ironic» zu einer Ikone des Alternativ-Rock wurde, auch beim Auftaktkonzert ihrer Deutschlandtournee am Donnerstagabend in Frankfurt. Wenige Tage nach ihrem 34. Geburtstag ließ die Künstlerin ihre rund 2500 Fans in der ausverkauften Alten Oper erstmal lange warten. Die verstrichene Zeit schien sie wieder aufholen zu wollen, indem sie durch ihr knapp eineinhalbstündiges Programm hetzte. Gefeiert wurde die eigenwillige Musikerin am Ende trotzdem. Emotionale, kraft- und gefühlvolle, gitarrengeprägte Rocksongs mit außergewöhnlichen Texten waren das Markenzeichen von Alanis Morissette, seit sie 1995 mit ihrem Album «Jagged Little Pill» für Furore sorgte. Rund 28 Millionen Käufer fand das Debütalbum. Auch die nachfolgenden Alben eroberten Spitzenplätze in den Charts, auch wenn sie nicht mehr annähernd so hohe Verkaufszahlen erreichten. Morissette zollte am Donnerstag dem frühen Erfolg Tribut, in dem sie einen Großteil des Konzerts mit ihren frühesten Hits bestritt. Die Songs ihres neuen Albums, bei dem sie mit Björk-Produzent Guy Sigsworth zusammenarbeitete und mit neuen, elektronischen Sounds und Verfremdungen ihrer Stimme überraschte, dosierte sie sparsam. Hits anstatt Neues, das ist eigentlich das Patentrezept für einen Konzertabend, bei dem der Funke sofort überspringt. Die siebenfache Grammy-Gewinnerin entschied sich jedoch, Altbewährtes in neuer Form zu präsentieren, und zwar in sehr lauter und für viele schwer verdaulicher Form. Hektisches Licht, hektische Bewegungen, hektische Spielweise die hyperaktive Morissette und ihre durchaus hochklassigen Musiker dröhnten das Publikum mit Songs zu, die diese brachiale Darbietung eigentlich nicht vertragen. Der Star des Abends suchte zwar mit angedeutetem Winken und huschenden Blicken Kontakt zum Publikum, wirkte dabei aber seltsam entrückt - als wäre sie gerade überall, aber nicht auf dieser Bühne. Erst bei den Zugaben hatte Morissette, die mitunter auch als Schauspielerin («Sex and the City», «Vagina Monologues») und Triathletin aktiv ist, sich und damit auch ihre Lieder beruhigt. Jetzt wurde es schön, stimmungsvoll und hörenswert. Nach Konzerten in ganz Europa kehrt Morissette im Juli nach Deutschland zurück: München (7.7.), Berlin (8.7.), Hamburg (9.7.), Köln (10.7.). |
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