Stars gründen Musikverband05.10.2008 13:10 London - Plattenfirmen bekommen Gegenwind: Stars der Musikbranche wie Robbie Williams, Radiohead und Kaiser Chiefs haben am Samstag ihren eigenen Interessenverband gegründet. Damit wollen sie mehr Kontrolle über das Musikgeschäft gewinnen. Mehr als 60 Künstler und Bands aus Großbritannien haben sich der Featured Artists' Coalition angeschlossen, um im digitalen Zeitalter bei Musikkonzernen Druck für bessere Konditionen zu machen. «Es ist an der Zeit, dass die Künstler eine gemeinsame, starke Stimme haben und ihre Interessen verteidigen», sagte Brian Message, Co-Manager von Radiohead und Kate Nash. Der Verband setzt sich dafür ein, dass die Künstler ihr Urheberrecht zurückbekommen und dieses dann an ihr Label "vermieten" können. Die Vereinigung will zudem mehr Informationen von der Musikindustrie, wie und wo ihre Musik genutzt wird. Zudem möchten die Musiker einen größeren Anteil von den Einnahmen haben. Die Künstler sind der Meinung, dass ihre Musik durch die Verbreitung digitaler Medien auf viel mehr Wegen verkauft wird, und dass sie selbst dabei ingnoriert und ausgenutzt werden. «Digitale Technologie gibt den Künstlern die Möglichkeit, Kontrolle über ihre Zukunft zu gewinnen - es ist an der Zeit, diese Chance zu ergreifen», sagte Verve-Manager Jazz Summers. Immer mehr Musiker, zuletzt zum Beispiel Radiohead und Oasis, nutzen die neuen Medien und veröffentlichen ohne die Beteiligung ihrer Plattenfirmen Alben und Songs im Internet. Der Vereinigung schlossen sich unter anderen auch The Verve, Iron Maiden, Craig David und David Gilmoure an. Die Musikindustrie steht seit Jahren massiv unter Druck, da die CD-Verkäufe kontinuierlich fallen. Die schnell zunehmenden Internet- Downloads können die Lücke nicht auffüllen. Die Musikkonzerne führen dies vor allem auf ein ausuferndes Angebot illegaler Kopien zurück. Konzerte und das Geschäft mit Fanartikeln gelten inzwischen als lukrativer als der eigentliche Verkauf von Musik. Superstar Madonna wechselte im vergangenen Jahr von ihrer langjährigen Plattenfirma Warner Music zum US-Konzertveranstalter Live Nation. Zahlreiche bekannte Künstler wie Robbie Williams zeigen sich seit längeren unzufrieden damit, wie sie von den Musikkonzernen behandelt werden. |
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