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musiknews  
 

DVD-Dokumentation zum Beatles-Musical «Love»


30.10.2008 13:10

Hamburg - Das Musical «Love» vereinte am 30. Juni 2006 für einen kurzen Moment die Beatles-Familie. Paul McCartney und Ringo Starr kamen gemeinsam mit John Lennons Witwe Yoko Ono und George Harrisons Witwe Olivia zur Premiere der Cirque-du-Soleil-Produktion «Love» in Las Vegas.


«Love»

Der Cirque du Soleil führt «Love» auf.

Auch Lennons erste Frau Cynthia und sein Sohn Julian waren dabei. «Love» ist das erste Theaterprojekt gewesen, das die Beatles je unterstützt haben. Nach der Premiere trat McCartney auf die Bühne und rief: «Das ist für John und George!» Ringo Starr sagte: «Es hat mich schon berührt, denn zwei von uns waren nicht dabei. Das wird einem wieder so richtig bewusst, wenn man sich das ansieht.»

Der jetzt auf DVD erschienene Dokumentarfilm «The Beatles Love - All Together Now» beschreibt das ungewöhnliche Projekt, das solch große Emotionen auslöste - von den Anfängen bis zur Uraufführung.

Die Kritiken fielen damals allerdings gemischt aus. Der britische «Daily Telegraph» beschrieb «Love» als «fast unanständig spektakulär und tief bewegend», der «Toronto Star» aus Kanada lobte, die bisher beste Cirque-du-Soleil-Show sei «unvergesslich». Dagegen urteilte die «Financial Times»: «Trotz all seines technischen Zaubers und seiner fantastischen visuellen Effekte bleibt "Love" seltsam unbefriedigend.»

Eine abenteuerliche Reise war es dennoch: «Das wird ein echter Drahtseilakt, denn Beatles Material zu verändern, ist wie mit dem Heiligen Gral zu hantieren», meint Beatles-Produzent George Martin, der zusammen mit seinem Sohn Giles mehr als zwei Dutzend Beatles-Songs von Original-Studiobändern im Mehrkanal-Ton für die Show neu abgemischt hat. Sie experimentierten auch viel mit den bekannten Aufnahmen und bastelten Elemente verschiedener Songs mit zum Teil überraschendem Ergebnis zusammen.

Die Idee dazu wurde vor mehreren Jahren geboren, als sich George Harrison mit dem Gründer des Cirque du Soleil, Guy Laliberté, anfreundete. Sie dachten sich eine Show zu Beatles-Musik aus, und George Martin, der in den 90er Jahren schon hunderte Stunden Studioaufnahmen für die «Anthology»-Reihe ausgewertet hatte, wurde mit dem Soundtrack dazu beauftragt. Er holte seinen Sohn dazu und die Arbeit begann noch im Jahr 2003. Die Vorgabe war von Anfang an, dass nur Teile von Beatles-Originalaufnahmen verwendet werden sollten.

Bei den Experimenten kamen zum Teil bizarre Kombinationen ganz im Geiste heutiger Internet-«Mash-Ups» heraus. Als Giles Martin auf die psychedelischen Sitar-Klänge von «Within You, Without You» das Schlagzeug aus «Tomorrow Never Knows» mischte, fühlte er sich nach eigener Bekenntnis «als würde ich der Mona Lisa einen Schnauzbart anmalen». Das Ergebnis klingt jedoch überraschend harmonisch und modern. Und wer hätte gedacht, dass Ringos Gesang aus dem frechen «Yellow Submarine» zu den rührseligen Streichern von John Lennons Gute-Nacht-Lied «Good Night» passen könnte. Außerdem gibt es da noch ein kleines Stück mit dem Namen «Gnik Nus». Richtig: Es ist «Sun King» im Rückwärtsgang. Bei «Strawberry Fields» oder «Im The Walrus» entstanden praktisch eigenständige Versionen, die es mit den Originalen aufnehmen können.