Alex swings Oscar sings startet beim Grand Prix09.02.2009 17:02 Hamburg - Deutschland wandelt beim Eurovision Song Contest (ESC) in diesem Jahr auf den Spuren von Roger Cicero: Das Duo Alex swings Oscar sings tritt mit einem Swingdance-Titel an. Die vom Hamburger Musikproduzenten Alex Christensen («Du hast den schönsten Arsch der Welt») ins Leben gerufene Gruppe will mit dem Titel «Miss Kiss Kiss Bang» - ein Mix aus Swing, Pop und Dance - die Grand-Prix-Ehre am 16. Mai im internationalen Finale in Moskau retten und die Blamage von Belgrad im vergangenen Jahr vergessen machen. «Das ist eine extrem eingängige Melodie, die sehr international ist», hofft Christensen auf möglichst oft zwölf Punkte. Die deutsche Pop-Band No Angels war 2008 mit 14 Punkten auf dem letzten Platz gelandet. Grand-Prix-Macher und Band, die den Titel bei der Präsentation am Montag in Hamburg nur vom Band spielten, kündigten ein «dreiminütiges Gute-Laune-Feuerwerk» an - «ein musikalischer Big Bang für den ESC». «Diese Mischung mit Showacts wie Steppen sind Eyecatcher», meinte Christensen. «Swing ist der Inbegriff von lässigem Lifestyle und lustvoller Lebensfreude.» Sein Partner Oscar Loya, der in Kalifornien in Musicals wie «West Side Story» aufgetreten ist und inzwischen in München lebt (und Schweinebraten liebt), ist professioneller Sänger und Stepptänzer. Der 29-Jährige, der schon bei der Pressekonferenz im weißen Anzug auffiel, verspricht «Glamour, Entertainment und puren Spaß». Sein Lebensmotto: Er versucht einfach nur, ein «Good Guy» zu sein. Christensen hatte seinen musikalischen Durchbruch 1991 mit dem Projekt U 96 geschafft, die erste Techno-Single «Das Boot» landete an der Chartspitze. An rund 110 Millionen verkauften Tonträgern weltweit war der Produzent beteiligt. Der 41-Jährige bekannte, dass er das Projekt «mit oder ohne Grand Prix gemacht hätte, weil ich so daran glaube». Er selbst sei schon lange ein Fan des Wettbewerbs und habe «größten Respekt» davor. Während Christensen auf der Bühne am Klavier stehen wird, singt, tanzt und steppt sein Partner. «Er wird sich in Moskau nicht verschrecken lassen, wenn er vor Tausenden Menschen auftritt», meinte Christensen. Auch die noch geheim gehaltene «Miss Kiss» werde im Finale zu sehen sein. Oscars hoffnungsfroher Tipp für das Abschneiden: Platz 1. Den Kandidaten für das diesjährige ESC-Finale kürte eine Jury. In den vergangen Jahren hatte das Publikum des ARD-Vorentscheids darüber abgestimmt, wer auf der ESC-Bühne singen soll. Die Grand-Prix-Macher wollten nach dem Debakel in Serbien jedoch auf Nummer sicher gehen und entschieden sich für die Direktnominierung. «Belgrad war ein so einschneidendes Erlebnis», meinte der ARD Koordinator Unterhaltung, Thomas Schreiber. Und Manfred Witt, Leiter der deutschen Delegation in Moskau, betonte noch einmal: «Ein falsch gesungener Ton und man ist am Ende an dem Wettbewerb gescheitert.» Rund 100 Bewerbungen gingen beim NDR ein. Der Jury gehörten fünf Mitglieder an, darunter der Schlagerbarde und ehemalige Grand-Prix-Teilnehmer Guildo Horn. Nach zwei anonymisierten Durchläufen hatten sich die Juroren «eindeutig und einstimmig» auf den Titel festgelegt. Dass sich die Jury die eingereichten Songs anonym anhörte, geschah nach Angaben des zuständigen Norddeutschen Rundfunks (NDR) auf Wunsch von Grand-Prix-Veteran Ralph Siegel. «Dass er dann am Tag der Jurysitzung der "Bunte" gesagt hat, dass er nicht nur zwei Titel, sondern drei eingereicht hat, konnte niemand ahnen», kommentierte Schreiber. Das Erste zeigt das ESC-Finale im Mai und wird den deutschen Beitrag auch zuvor in einer Sendung präsentieren. Bei der «Echo»-Verleihung in Berlin am 21. Februar werde er ebenfalls zu hören sein. Dass sich die Grand-Prix-Juroren Erfolg von Alex swings Oscar sings verspricht, liegt auch in Roger Ciceros Teilnahme in Helsinki (19. Platz) begründet. «Als Roger angetreten ist, gab es von allen positive Resonanzen und alle waren entsetzt, wie wenig die Qualität beim Publikum angekommen ist», sagte Witt. «Es liegen Erfahrungen vor, dass die Jurys die Qualität anders bewerten als das Publikum.» In diesem Jahr stimmen alle ESC-Teilnehmerländer zu 50 Prozent mit einer Jury und zu 50 Prozent per Zuschauervoting ab. Schreiber betonte: «Der Titel ist ein sehr hoffnungsfrohes, fröhliches Lied. Die Jurymitglieder hatten alle ein leichtes Lächeln auf den Lippen.» Insgesamt treten beim 54. ESC in Moskau 43 Länder zum größten Musikwettbewerb der Welt an. Rund 100 Millionen Fernsehzuschauer werden erwartet. Deutschland konnte bislang nur einen Sieg verbuchen: 1982 gewann Nicole mit «Ein bisschen Frieden». |
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