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15 000 Fans feiern AC/DC bei Deutschlandtour-Start


06.03.2009 10:03

Leipzig - Die freundlichen älteren Herren stehen von der ersten Minute an unter Strom: Sänger Brian Johnson (61) läuft unentwegt hin und her, hebt den linken Arm immer wieder in die Höhe und lässt sich nicht anmerken, dass ihn gerade noch eine Grippe plagte.


AC/DC

Sänger Brian Johnson (l) und Gitarrist Angus Young von AC/DC beim Auftaktkonzert in Leipzig.

Angus Young (53) flitzt wie eh und je samt Gitarre gebückt über die Bühne und begeistert seine Fans mit einem unendlich langen, technisch exzellenten Solo. Beim Auftakt ihrer Deutschlandtour haben die Hardrocker von AC/DC am Donnerstagabend 15 000 treue Fans in Leipzig zwei Stunden lang in ihren Bann gezogen. AC/DC steht im Englischen für Gleichstrom und Wechselstrom.

Die Rock-Dinosaurier, die auf mehr als drei Jahrzehnte Band-Geschichte zurückblicken, präsentieren seit Herbst auf einer Welttour ihre frische Platte «Black Ice». Das Album der lebenden Legende stand 2008 im Ranking der Plattenverkäufe weltweit auf Platz 2, und auch die Tournee dazu bricht alle Rekorde: Die Tickets für die sieben Deutschlandkonzerte im März, die um die 80 Euro kosten, waren binnen zwölf Minuten ausverkauft. Frauen und Männer zwischen 30 und 60 Jahren kamen nach Leipzig und kauften sich dort noch für zehn Euro blinkende Teufelshörner, um den Abend mit den «Highway To Hell»-Stars angemessen feiern zu können.

Die gleichen Hörner, nur etwas größer, trägt die riesige Papp-Lokomotive, die auf der Bühne gen Himmel zu fahren scheint - natürlich mit Dampf. Der «Rock'n' Roll Train» ist das erste Lied auf dem Album, und auch auf der Bühne verspricht Johnson den Zuhörern immer wieder: «Heute gibt es Rock'n' Roll». Die unverkennbar rauchige Stimme der australischen Band trägt Jeans, ein schwarzes, ärmelloses Shirt und eine Schiebermütze - mit den Jahren ist natürlich auch etwas Bauchansatz vorhanden. Stets an Johnsons Seite ist Angus Young, während sich die drei anderen Bandmitglieder im Hintergrund halten und nur bei dem einen oder anderen Refrain kurz nach vorne kommen.

Angus Young und sein Bruder Malcolm, geboren in Glasgow, hatten die Band 1973 gegründet und gaben jahrelang die «Bad Boys» der Rockwelt. Angus hatte als 15-Jähriger die verhasste «Ashfield High School» verlassen und streckte fortan dem AC/DC-Publikum beim «Bad Boy Boogie» sein blankes Hinterteil entgegen. Noch immer trägt er auf der Bühne die Uniform der High-School: kurze schwarze Hosen, schwarzes Jackett, weißes Hemd und Krawatte. Die traditionelle Stripeinlage endet nun bei der Unterhose.

Ob «Highway To Hell» oder «TNT» - noch immer sind es die Klassiker, die das Heavy-Metal-Publikum vor den riesigen Lautsprechern besonders zum Toben bringen. In Leipzig tanzt dazu sogar eine junge Frau, die im Rollstuhl zum Konzert kommen musste, weil ein Bein komplett eingegipst ist. Kurz darauf erregt eine weitere Frau das allgemeine Interesse: Auf der Dampflok sitzt eine überdimensionale Aufblaspuppe mit rotem BH und roten Strumpfhosen, die im Rhythmus mit ihren Füßen wippt. Danach muss sie vier Kanonen weichen - und mit krachendem Donnerhallen geht die AC/DC-Party zu Ende.

Weitere Konzerte: Im März Düsseldorf (7.), Oberhausen (9.), Bremen (11.), Dortmund (15.), Frankfurt/M. (25.) und München (27.). Im Mai Leipzig (13.), München (15.), Gelsenkirchen (17.) und Köln (19.), Hockenheim (22.).

 
 
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