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musiknews  
 

Simply Red beim Tourauftakt bejubelt


06.05.2009 10:05

Leipzig - Erst kamen die Instrumentalisten und Background-Sängerinnen auf die Bühne, dann er. Vom ersten Moment an war klar: Obwohl neun Profi-Musiker gemeinsam für den Sound von Simply Red sorgen, liebt das Publikum vor allem einen: Mick Hucknall (48), dessen lockiger Rotschopf der britischen Soulpop-Band ihren Namen gab.


'Simply Red'

Sänger Mick Hucknall beim Auftaktkonzert in Leipzig.

Am Dienstagabend sind die Briten beim Auftakt ihrer «Greatest Hits»-Deutschlandtour in der nahezu ausverkauften Leipziger Arena umjubelt worden. Rund 7000 Fans hielt es bei dem Potpourri aus 25 Jahren Bandgeschichte nicht lange auf den Stühlen - und die Band bedankte sich mit mehreren Zugaben.

«Ladies and Gentlemen, meine Damen und Herren: Simply Red!», verkündete Hucknall mit Entertainer-Stimme - allerdings erst nach rund 100 Minuten, am Ende des Auftritts. Den ganzen Abend lang gab der Sänger zugleich den Conférencier. Hellblaues Hemd, feiner grauer Anzug samt Weste, passende Lederschuhe zur Haarfarbe, Goldschmuck - dieses Outfit trug der Frontmann bis zu den Zugaben. Vor fast jedem Lied erklärte er seinen Fans, vermutlich unnötigerweise, aus welchem Jahr und von welchem der zehn Alben es stammt. Die Platten wurden weltweit mehr als 50 Millionen Mal verkauft.

Das Publikum - vom Teenie bis zur Großmutter - tanzte nicht nur begeistert, sondern sang auch alle Hits mit; von «Money's Too Tight (To Mention)» (1985) bis «Perfect Love» (2005). Hucknall, dem das sichtbar gefiel, war nicht anzumerken, dass er allein in diesem Jahr schon rund 90 Mal die gleichen Lieder singen musste - in Asien, Australien, Nord- und Südamerika und Europa. Der einst als «schwierige Pop-Diva», «Designer-Musiker ohne Gefühl» und «begabter Langweiler» kritisierte Sänger bot zur kräftigen, variablen Soul-Stimme auch ein freundliches Lächeln.

«Say "Hello" to my Jacket!» (Sagt meinem Jacket "Hallo"!), sagte Hucknall nach dem dritten Lied amüsiert. Das Publikum hatte gejohlt, weil er ein Teil seines feinen Zwirns auszog. Viel später erst zog der Sänger auch seine Weste aus und ließ das Hemd über die Hose hängen. Aber Dutzende von Kostümwechseln - wie bei anderen Weltstars - gab es nicht. Auch aufwendige Bühnendekorationen: Fehlanzeige. Nur die Stimme des Rotschopfs, begleitet von seiner Band. Am Ende verneigte sich der Sänger tief. Vor einiger Zeit hat er bereits verkündet, dass bald Schluss ist mit Simply Red.

Weitere Konzerte: Nürnberg (6.), Mannheim (7.), Köln (9.), Hamburg (11.), Dortmund (12.), Frankfurt/Main (13.), Berlin (25.), München (30.)

 
 
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