Moskau läutet mit Gala Grand-Prix-Woche ein11.05.2009 14:05 Moskau - Mit einer Gala früherer Grand-Prix-Teilnehmer und einem Buffet mit Kaviar und Krimsekt ist in Moskau die entscheidende Woche des Eurovision Song Contest eingeläutet worden.
Emotionaler Höhepunkt des am Sonntagabend live im Staatsfernsehen übertragenen Konzerts war der Auftritt der deutschen Band Dschingis Khan, die 1979 in Jerusalem mit dem Song «Dschingis Khan» den vierten Platz belegt hatte. Als die Gruppe ihren Hit «Moskau» anstimmte, sangen die Gäste in der historischen Manege am Roten Platz laut mit und tanzten ausgelassen. Zudem interpretierten die Grand-Prix-Gewinner Dima Bilan (2008), Marija Serifovic (2007), Ruslana (2004) und Dana International (1998) ihre Siegertitel. Unter den Gästen waren ebenfalls die deutschen Teilnehmer Alex Christensen und Oscar Loya, die beim Finale am 16. Mai als Duo Alex Swings Oscar Sings mit dem Titel «Miss Kiss Kiss Bang» antreten. «Wir haben absolut den Eindruck, dass die deutschen Fans uns unterstützen», sagte Christensen. Auch die Französin Patricia Kaas hatte die Einladung zur Gala mit Moskaus Bürgermeister Juri Luschkow angenommen. Zu einem eleganten Kleid trug die Sängerin («Et S'il Fallait Le Faire») eine schicke Augenmaske. Luschkow nannte in seiner Rede den Wettbewerb «einen Feiertag für die Welt und die Liebe». Großen Applaus erhielten auch die Siegerin des ersten Grand Prix 1956, Lys Assia, sowie das russische Mädchen-Duo t.A.T.u., das 2003 den dritten Platz belegt hatte. Publikumsliebling aber war Dschingis Khan. «Es tut gut, 30 Jahre später als Ehrengast eingeladen zu werden und nicht in Konkurrenz auftreten zu müssen», sagte Sänger Wolfgang Heichel der dpa. Für ein geplantes Album werde die Band wieder mit Produzent Ralph Siegel zusammenarbeiten, der die Gruppe in ihren erfolgreichsten Jahren betreut hatte. «Dschingis Khan wäre beim Grand Prix sicher nicht chancenlos, weil die Band einen "Ost-Bonus" hat», sagte Heichel. «Das ist aber Theorie, wir überlassen das Jüngeren.» Das Dschingis-Khan-Gründungsmitglied nannte es «toll», dass der genau 30 Jahre alte Song «Moskau» in Russland Kultstatus habe. «Ich sage den Russen immer: Wir waren zur damaligen Zeit die einzige Gruppe im Westen, die so positiv über das Land gesungen hat.» Auftreten durfte die Gruppe allerdings nicht in der Sowjetunion. «Unsere LPs wurden in der UdSSR wie Pornos gehandelt, beides gab es nur unter der Ladentheke.» Den deutschen Beitrag für das Finale in Moskau nannte Heichel «schön». «Ich bin aber skeptisch, ob die ehemaligen Ostblockländer diese Produktion honorieren werden. Um die Menschen dort zu begeistern, muss auf der Bühne die Luft brennen.» |
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