500 000 beim Dixieland Festival in Dresden17.05.2009 16:05 Dresden - Der durchschnittliche Dixieland-Fan scheint nah am Rentenalter, hat ausreichend Taktgefühl zum Mitklatschen und trägt Hut und Sonnenbrille. Die beiden letzten Utensilien werden benötigt, weil in Dresden - der «Hauptstadt von Dixieland» in Europa - bei Oldtime-Jazz nahezu immer die Sonne scheint. Auch das 39. Dixieland Festival mit 32 Bands aus elf Ländern kann in punkto Wetter und Gäste als Erfolg verbucht werden. Am Ende haben wieder eine halbe Million Menschen die Straßen und Plätze bevölkert. 217 Jazzer sorgten auf insgesamt 56 Bühnen für Stimmung - in Dresden wird Dixieland als Volksfest zelebriert. Wer allerdings hinter die Kulissen schaut, entdeckt bei Kennern der Szene auch Sorgenfalten. Wie geht es weiter mit einem Jazzstil, dessen große Protagonisten verschwunden sind oder gegenwärtig von der Bühne abtreten? «Jazzpapst» Karl-Heinz Drechsel sieht ein «Generationsproblem». «Selbst im Herkunftsland Amerika gibt es nicht den geringsten Nachwuchs auf diesem Gebiet», sagt der 79-Jährige. Fast scheine es so, als sei Dixieland Vergangenheit. «Der Jazz hat allgemein eine große Vielfalt angenommen. Dixieland wird eine Art Memory-Baustein bleiben, aber in Zukunft keine Massenwirkung mehr haben. Das ist mein Gefühl.» Auch den Dresdner Festivalchef Joachim Schlese muss ein solches Gefühl umtreiben. Denn Schlese plant eine Verjüngungskur. «Wenn man 40 Jahre lang ein Festival macht, ist es einfach an der Zeit, dem Publikum ein neues Angebot zu machen. Schließlich hat es ja auch im Jazz während dieser Zeit viele Impulse gegeben», meint der Direktor. Dresden habe die stilistische Palette in den vergangenen Jahren schon um Gospel, Boogie Woogie und Blues erweitert. 2010 soll erstmals Latin Jazz eine Note setzen. An weitergehende Experimente mit Modern Jazz oder Freejazz denkt Schlese nicht. «Es gibt Festivals, die mischen das. Wir bleiben bei Oldtime.» |
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