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Ein letzter Song für Michael Jackson


04.09.2009 06:09

Los Angeles - Beisetzung des «King of Pop» bei Sonnenuntergang: Zu Michael Jacksons Bestattung am Donnerstagabend (Ortszeit) auf einem Friedhof in Glendale bei Los Angeles waren nur die Familie und enge Freunde eingeladen.


Forest Lawn Friedhof in Los Angeles

Michael Jackson wird auf dem Forest Lawn Friedhof in Los Angeles bestattet.

Die Soulsängerin Gladys Knight wollte ihm am goldenen Sarg laut CNN einen letzten Song widmen. Die vierfache Grammy-Preisträgerin kannte den Sänger durch das Motown-Label und war lange mit ihm befreundet. Die Jacksons hatten sich nach wochenlangem Streit für einen Platz im Großen Mausoleum des Forest Lawn Memorial Park entschieden. Jacksons drei Kinder hatten US-Medien zufolge einen letzten Liebesbrief an ihren Daddy vorbereitet, der ihm in den Sarg gelegt werden sollte.

Ein riesiges Polizeiaufgebot der Stadt Glendale sorgte von Morgengrauen an dafür, dass sich keine Paparazzi oder ungebetenen Fans auf dem Friedhof verstecken konnten. Die Straßen wurden weitläufig abgesperrt. Medien sollten das Geschehen nur aus der Ferne beobachten können. Sie wurden hinter Barrikaden vor den Pforten des hundertjährigen Prominentenfriedhofs zurückgehalten. Um mögliche Störenfriede aufzufinden, setzte die Polizei auch Spürhunde ein und überwachte die parkähnlichen Anlage den ganzen Tag aus der Luft.

In dem Mausoleum liegt Jacksons Leiche zwischen kostbaren Kopien von Werken Michelangelos. In seiner Nachbarschaft sind Stars wie Nat King Cole, Clark Gable, Humphrey Bogart oder Sammy Davis Jr. begraben. Der Sänger, der aus ärmlichen Verhältnissen kam, schon vor Schulbeginn auf der Bühne stand und der Welt am Ende bahnbrechende, Jahrzehnte überdauernde Musik hinterließ, war vor genau 70 Tagen durch ein Narkosemittel an Herzversagen gestorben.

CNN brachte wenige Stunden vor der Beisetzung in Erfahrung, dass die Trauergäste vom Friedhof etwa 13 Kilometer weiter nach Pasadena fahren, wo es in einem italienischen Restaurant einen Leichenschmaus geben und sein Leben gefeiert werden sollte. Der Internetdienst tmz.com berichtete ergänzend, dass Michaels Bruder Randy dort eine Gesellschaft von etwa 150 Gästen angemeldet habe. Die Jacksons verschickten laut CNN eine neunseitige Einladung, die unter anderem einen Spruch aus Michaels Buch «Dancing The Dream» von 1992 wiedergibt: «Wenn Du Dein Leben mit der Gewissheit beginnst, dass Du geliebt wirst, und es mit dem gleichen Wissen beendest, kann Dir die Zeit dazwischen Nichts anhaben.»

Obwohl Jacksons Familie bis zuletzt Einzelheiten der Bestattung geheim hielt, stand außer Zweifel, dass sie weder Mühe noch Geld für einen würdevollen Abschied gespart hatte. Allerdings kommen die Jacksons nicht selbst für die teure Gruft und die Feier im Mausoleum auf. Die Kosten werden aus dem Erbe des Toten gedeckt. Ein Richter in Los Angeles hatte einem entsprechenden Antrag von Jacksons Mutter Katherine am Mittwoch stattgegeben. Ein Anwalt der Testamentsverwalter räumte vor Gericht ein, dass die Beisetzung ein Vermögen koste.

«Die Ausgaben sind außergewöhnlich - genauso wie Michael Jackson», sagte der Anwalt. «Sie mögen für einen gewöhnlichen Menschen nicht angemessen sein, aber Michael war eben nicht gewöhnlich», bekräftigte Jeryll Cohen nach Angaben der «Los Angeles Times». Cohen versicherte dem Richter, dass Jackson genügend Bargeld hinterlassen habe, um die Unkosten zu begleichen, ohne dass andere noch offene Zahlungsverpflichtungen gefährdet würden.

Jackson hatte Schätzungen zufolge im Laufe der Jahre zwar hunderte Millionen Dollar verdient, durch seinen extravaganten Lebensstil nach Medienangaben aber einen Schuldenberg von 300 bis 500 Millionen Dollar zurückgelassen. So gelang es ihm vor einem Jahr erst in letzter Minute, seine Neverland Ranch vor der Versteigerung zu retten. Um seine Finanzen aufzubessern, hatte Jackson gut 50 Comeback-Auftritten in London zugestimmt. Er starb wenige Tage, bevor die Konzertreihe beginnen sollte.

Seit einer Woche steht fest, dass Jackson getötet wurde. Nach dem amtlichen Befund der Gerichtsmediziner von Los Angeles wurde er am 25. Juni nicht Opfer eines tragischen Unfalls, sondern eines Tötungsdelikts. Eine «akute Vergiftung» mit dem Narkosemittel Propofol sowie des Medikaments Lorazepam gegen Angstzustände wurden ihm zum Verhängnis. Ob ein Vorsatz vorlag oder der Tod durch Nachlässigkeit verschuldet wurde, muss nun die Justiz klären. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Privatarzt Dr. Conrad Murray, der Jackson die Mittel spritzte.

 
 
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