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Aus für Karlsruher Festival «Das Fest»


29.09.2009 16:09

Karlsruhe - Aus, Schluss, vorbei: Nach 25 Jahren Pop und Party werfen die Veranstalter eines der größten deutschen Open-Air-Gratis-Festivals das Handtuch.


«Das Fest»

Besucher eines Konzertes von Culcha Candela.

Dem bereits legendären «Fest» in Karlsruhe droht damit trotz rekordverdächtiger Besucherzahlen und gestiegener Umsätze das endgültige Aus. Nicht nur die leeren Kassen zwingen den Stadtjugendausschuss zur Notbremse. «Wir ziehen auch die Reißleine, weil wir nicht mehr für die Sicherheit der Zuschauer garantieren können», sagte der Ausschussvorsitzende Christian Klinger resigniert.

Das «Fest», einst als gemütliches kleines Open-Air-Festival aus der Taufe gehoben, ist am eigenen Erfolg gescheitert: «Wir hatten zuletzt kein Instrument mehr, um die Massen zu kontrollieren» sagte der langjährige Organisator Rolf Fluhrer.

Mindestens 350 000 Menschen waren im vergangenen Sommer in die «Klotze», die Günther-Klotz-Parkanlage, gekommen. Zu viel, zu teuer und vor allem: Viel zu gefährlich, meinen nun die Veranstalter, die bereits in den vergangenen Jahren immer wieder angedeutet hatten, wie unsicher die Perspektiven für das Open-Air-Festival sind. «Die Erfahrungen haben uns deutlich die Grenzen aufgezeigt», sagt Klinger. Feuerwehr und Polizei seien sich außerdem einig gewesen, «dass die Veranstaltung hinsichtlich ihrer Sicherheitsproblematik so nicht mehr tragbar ist».

Daneben spielte der Blick in die leeren Kassen eine Rolle bei der zuletzt nicht mehr überraschenden Entscheidung: Zwar seien die Umsätze gestiegen, das Wetter sei perfekt gewesen, die Stimmung brillant, sagte Klinger. Aber die Kosten für die Organisation und die Durchführung der Veranstaltung waren deutlich höher als bisher angenommen, gesteht der Stadtjugendausschuss ein. Experten hätten für das kommende Festival mit zusätzlichen Ausgaben von 100 000 Euro gerechnet. Die Polizei warnte zudem vor einer zunehmenden Zahl betrunkener Jugendlicher außerhalb des Geländes, in der Innenstadt und am Bahnhof.

Warum nicht einfach Eintritt nehmen für die dreitägige Gaudi oder weniger Menschen auf das Gelände lassen? «Nein, dann hätte es nicht mehr dem entsprochen, was wir einst vorgehabt haben», meint Organisator Fluhrer. «Unser Konzept hat am Ende einfach nicht mehr funktioniert», sagt er und zeigt sich enttäuscht. Ein Festival dieser Art und Größe könne nur noch mit Beschränkungen organisiert werden.

Kritiker des Ausschusses haben allerdings auch immer wieder angemerkt, die Veranstalter hätten zuletzt das Maß verloren - die Stars seien immer populärer geworden, das Programm sei aus allen Nähten geplatzt mit Klassikkonzerten und Popspektakel bis hin zur Deutschen Meisterschaft der Skateboardfahrer in der Halfpipe, Beachvolleyball und einem BMX-Rad-Parcours.

«Das Fest» stand bereits wiederholt aus finanziellen Gründen vor dem Scheitern. Schon vor zwei Jahren war auch vor Sicherheitsrisiken gewarnt worden. Ursprünglich war die Idee des 1985 ins Leben gerufenen «badischen Woodstock», Karlsruher Bands dem einheimischen Publikum näher zu bringen. In den vergangenen zehn Jahren traten aber zunehmend Popstars wie zuletzt Peter Fox, Fettes Brot und Faithless, Juli, Silbermond und Pur auf.

 
 
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