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Rocklegende Neil Young wird 65


11.11.2010 15:11

New York - Wenn jemand scheu ist, unter Krankheiten leidet und die ersten musikalischen Gehversuche auf einer Plastik-Ukulele macht, spricht das nicht gerade für eine Karriere als Rockstar. Es sei denn, da ist viel Talent. Neil Young ist solch ein Fall.


Neil Young

Neil Young wird 65.

Der Kanadier spielte sich in mehreren Bands und Musikrichtungen ganz nach oben. An diesem Freitag (12. November) wird er 65 Jahre alt. Geboren wurde Young in Kanada - da legt er Wert drauf. Obwohl er seit fast einem halben Jahrhundert in Kalifornien lebt, hat er nach wie vor den Pass mit dem Ahornblatt. Als Kind erkrankte er an Epilepsie, Diabetes und Kinderlähmung, doch schon in der Schule machte er Musik und zog später mit Gitarre und Mundharmonika durch Kanada. Mitte der 60er Jahre ging er in die USA - illegal. Eine Arbeitserlaubnis bekam er erst Jahre später.

Da kannte man den Namen schon aus den Hitparaden. Young traf, so will es die Legende, in Los Angeles einen anderen Musiker, den er als Teenager in Kanada kennengelernt hatte: Stephen Stills. Mit drei anderen bildeten sie Buffalo Springfield und hatten einige Hits, doch die Band zerfiel bald wieder. Immerhin wurde die Gruppe 30 Jahre später in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen.

1968 suchte sich Young ein paar Musiker und gründete die Formation Crazy Horse. Die gibt es bis heute oder zumindest immer mal wieder und sie ist so etwas wie Youngs musikalische Leibwache. Mal spielen die Musiker Platten ein, mal treten sie als Vorgruppe auf, mal sind sie Testgelände für neue Musikformen. Deren wohl bekannteste Songs - «Cinnamon Girl», «Cowgirl In The Sand» und «Down By The River» - schrieb Young angeblich alle an einem Tag - mit 39 Grad Fieber.

Als er 1969 Stephen Stills wiedertrifft, ist der ein Teil von Crosby, Stills & Nash. Obwohl Stills eigentlich nicht will, wird aus «CSN» ein «CSNY» - Crosby, Stills, Nash & Young. Die vier treten in Woodstock auf und schreiben Musikgeschichte. Doch bald trennt sich die Superband wieder. «Young wollte Folk in einer Rockband spielen», sagte Nash später. Immerhin, alle paar Jahre treten sie wieder auf.

Mit der «CSNY»-Popularität im Rücken kann sich Young anderen Projekten widmen. Mit «Heart of Gold» schafft er 1972 seinen ersten - und einzigen - Nummer-Eins-Hit. Als an der Kent-Universität in Ohio vier Studenten von der Nationalgarde erschossen werden, gibt er mit «Ohio» der Friedensbewegung eine Hymne. In «Southern Man» verurteilt er Rassisten in den Südstaaten - und schafft es in den Songtext von Lynyrd Skynyrds «Sweet Home Alabama» («Ein Südstaatenmann braucht ihn nicht», heißt es dort ironisch über Young). Und gleich mehrere Songs drehen sich um Rauschgift, erst recht nach dem Drogentod seines Crazy-Horse-Freundes Danny Whitten. Young weiß, worüber er singt: Bei einem Konzert fiel ihm 1976 noch ein bisschen weißes Pulver aus der Nase.

Während Young in den 70ern zum Punkpionier wird, rutscht er in den 80er Jahren in eine Krise. Erst 1989 hat er wieder Erfolg mit «Rockin' In The Free World». Er legt den Grundstein für das, was als Grunge die frühen 90er bewegen wird, und als «Pate des Grunge» wird er auch verehrt. Als Kurt Cobain von Nirvana 1994 Selbstmord begeht, finden sich Songtexte von Young im Abschiedsbrief.

Auch mit 65 scheint Neil Young noch nicht an Ruhestand zu denken, dafür ist er zu engagiert. Er dreht Filme, ist Umweltaktivist, hilft kleinen Bauern mit seiner Aktion «Farm Aid» und unterstützt den Kampf gegen Krankheiten. Eine nicht ganz alltägliche Ehrung wurde ihm vor zwei Jahren zuteil mit der «Myrmekiaphila neilyoungi», einer nach ihm benannten Spinnenart.

 
 
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