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Rockgeschichte mit Selbstporträts


24.02.2012 14:02

München - Jim Morrison als Affenmensch, John Lennon als Pinguin und «Super»-Elton John: Die Ausstellung «The Art of Hard Rock» zeigt in München vier Jahrzehnte Musikgeschichte aus künstlerischer Perspektive.


Ausstellung 'The Art of Hard Rock'

Bilder aus der "Starr Canvas Series" des Beatles-Schlagzeugers Ringo Starr. Foto: Tobias Hase

Zu ihrem 40. Geburtstag hat die «Hard Rock Cafe»-Kette im vergangenen Jahr ihr 73 000 Ausstellungsstücke umfassendes Archiv in den USA geöffnet und dort Schätze hervorgeholt wie Selbstporträts von Michael Jackson, Billy Idol und Jim Morrison oder Gemälde von Ringo Starr.

Und aus diesen Werken kann man interessante Schlüsse ziehen, schreibt der Psychologe Joseph Dodds von der University of New York. «Wenn wir uns diese Kunstwerke ansehen, suchen wir nach Schlüsselbotschaften, um das tiefgreifende Rätsel der Künstler zu entschlüsseln.» So sei das Selbstporträt von Michael Jackson, das ihn mit gesenktem Kopf und verdecktem Gesicht zeigt, überaus bezeichnend. «Im offenbaren Selbstbildnis verbirgt er auf charakteristische Weise sein Gesicht, was auf ein Gefühl der Scham über sein eigenes Bildnis und/oder die Angst vor weiteren Schlägen hindeuten könnte.»

Billy Idol zeichnete sich selbst mit wenigen Strichen als Charakterkopf - und der im Alter von 27 Jahren gestorbene «Doors»-Frontmann Jim Morrison sah sich selbst als Affenmenschen. «Die Beziehung des Tiers zu Jim Morrison ist ein faszinierender Forschungsbereich», schreibt Dodds in seiner Abhandlung über die Ausstellung und stellt Bezüge her zur Kafkas «Die Verwandlung», in der die Hauptfigur Gregor Samsa eines Morgens als Käfer aufwacht.

Neben diesen viele Interpretationen zulassenden Bildern gibt es auch Gemälde von Künstlern, die sich darin nicht selbst verewigen. Ringo Starr zum Beispiel orientierte sich an seinem Namen und malte Sterne, Ron Wood seine Rolling Stones bei Proben in Venedig. Außerdem gibt es Bilder von Elton John als Superheld und von John Lennon als Pinguin. Ein weiteres Highlight ist eine von Künstlern wie der Band Ugly Kid Joe oder Rockstar Alice Cooper gestaltete Masken-Kollektion, die die Gastronomiekette extra ersteigert hat, um die Ausstellung aufzuwerten. Für die Schau in Deutschland ist noch ein weiteres Bild dazu gekommen: Udo Lindenbergs «Gitarren statt Knarren».

«Sogar in unserer mit berühmten Menschen übersättigten Kultur repräsentieren die hier gezeigten Künstler wohl einen Teil der bestbekannten und beliebtesten Figuren unserer mentalen Landschaften», schreibt Dodds. «Wir sind mit ihrer Musik aufgewachsen. Sie haben den Soundtrack für unser Leben eingespielt.»

Von diesem Montag an ist die Ausstellung im Münchner Amerika Haus zum ersten Mal auf deutschem Boden zu sehen. Danach zieht sie weiter nach Berlin und Köln. «Wir feiern die künstlerische Arbeit von Musikern aus den letzten vier Jahrzehnten», sagte der General Manager des «Hard Rock Cafe» München, Marco Sellors, am Freitag.