Jazzsänger Al Jarreau verbreitet gute Laune01.11.2004 13:11 Frankfurt/Main - Als Gute-Laune-Therapie hat Al Jarreau seinen Tourauftakt am Sonntagabend in Frankfurt gestaltet. Knapp 2 300 Fans feierten den amerikanischen Jazzsänger in der nicht ganz ausverkauften Alten Oper.
Der 64-Jährige präsentierte sich mit seiner Band in Bestform und räumte zugleich mit dem alten Vorurteil auf, Jazz habe eine ernste Angelegenheit zu sein. Mit dem Klassiker «Route 66» tauchte Jarreau urplötzlich zunächst ganz alleine auf der Bühne auf und gab die musikalische Richtung des Abends vor. Nach langjährigen Ausflügen in die Popmusik, bei denen ihm oft Seichtheit vorgeworfen wurde, ist der Stimmakrobat mit dem charakteristischen Scatgesang zum Jazz zurückgekehrt. Die Grundlage des Konzerts, bei dem der Künstler vom ersten Ton an Vollgas gab, lieferte sein aktuelles Album «Accentuate the Positive» (Betone das Positive), auf dem er viele Jazzstandards interpretiert. Aber auch seine Pophits wie «Mornin?» oder «Trouble in Paradise» brachte der Sänger aus Milwaukee gemeinsam mit seinen sechs hervorragenden Musikern nahtlos im Programm unter. Die Frage «Pop oder Jazz?» beantwortet Jarreau, der vor knapp 30 Jahren in Hamburg seinen Durchbruch schaffte und inzwischen Grammys in drei verschiedenen Kategorien gewann, ganz unverkrampft mit «sowohl als auch». «Accentuate the Positive» - nach Jarreaus Aussage seine Lebensphilosophie - war bei dem Konzert Programm. «Allen, denen es gerade vielleicht nicht so gut geht, wird es wieder gut gehen, bevor sie dieses Haus verlassen», versprach der frühere Sozialarbeiter gleich zu Beginn des Konzerts. Als er nach knapp zwei Stunden unter kräftigem Jubel und der brodelnden Zugabe «One Note Samba» die Bühne verließ, hatte er das Versprechen wohl bei so gut wie allen im Saal eingelöst. Der Jazz sollte auch auf höchstem musikalischen Niveau in erster Linie Spaß machen. Jarreau zeigte sich nach überstandener Rückenoperation nicht nur musikalisch, sondern auch körperlich in Bestform. Er machte mit seinen Tanzeinlagen Michael Jackson und mit seiner Gestik jungen Rappern Konkurrenz. Das hyperaktive Energiebündel erstaunte und verzauberte das Publikum immer wieder als kindlicher Clown mit großem Herz. Auf seiner Tour bis zum 30. November gastiert Jarreau in zehn weiteren deutschen Städten. |
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