R.E.M. starten Deutschland-Tour05.02.2005 14:02 Oberhausen - Jubel erntete Michael Stipe nicht nur für die Musik. Die rund 12 500 Fans in der Arena Oberhausen honorierten die politischen Äußerungen der US-Rocker von R.E.M. genauso wie die größten Hits der Band.
«Wir kommen aus einem eigenartigen Land - den Vereinigten Staaten», sagte Stipe nach rund einer halben Stunde. Begeistert gefeiert wurde sein Statement: «Wir sind nicht immer glücklich mit den Entscheidungen unserer Regierung. Die nächsten zwei Lieder sind unsere persönliche Regierungserklärung!» R.E.M. hatten sich im vergangenen Jahr gemeinsam mit anderen Musikern in den USA für einen Sieg des Demokraten John Kerry bei der Präsidentschaftswahl eingesetzt. In den Songs «Final Straw» und «I wanted to be wrong» ihres neuen Albums «Around the sun» kritisieren die Musiker die Außenpolitik der Bush-Regierung mit teils scharfen Worten. Und damit auch jeder die Botschaft der Band mitbekommen konnte, ließen R.E.M. bei diesen Songs die Texte auf einem großen Videoschirm mitlaufen. Zuvor hatte das Konzert leicht verhalten begonnen, die Band verschoss ihr Pulver nicht zu früh. Erst bei «Everybody hurts» ging ein großer Aufschrei durch die Halle. Und nach den beiden Protest- Songs legten die Musiker nach. «Leaving New York», «The one I love», «Imitation of life» oder «Losing my religion» - die Liste der großen Hits von R.E.M. ist nach einem Vierteljahrhundert Bandgeschichte lang. Gute Qualität boten sie allemal, besonders stimmlich. Während Michael Stipe schon recht hoch singt, war es immer wieder beeindruckend, wie Bassist Mike Mills in der zweiten Stimme noch darüber ging. Und die Sympathien der Zuschauer sicherte sich die Band am Ende des ersten Sets sogar noch per Video-Wand. Dort flimmerten die Namen der Städte, in denen R.E.M. aktuell bei der Tour auf der Bühne sind. Nach New York, Atlantic City, Montreal, Budapest oder Prag blieb die Animation bei «Oberhausen» stehen. |
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