Jazz Festival Moers trumpft mit sechs Großorchestern auf12.05.2005 16:05 Moers - Chefwechsel bei einem der bedeutendsten Jazz-Festivals in Deutschland: Das Internationale New Jazz Festival in Moers geht von diesem Freitag an bis Pfingstmontag zum 34. und letzten Mal unter der Leitung seines Gründers Burkhard Hennen über die Bühne. Seine Nachfolge wird Reiner Michalke antreten. Das Moers-Festival «wird erfolgreich weitergeführt werden», versprach Bürgermeister Norbert Ballhaus am Mittwochabend bei der Vorstellung Michalkes (49). Zurückhaltend äußerte sich der neue Festivalchef zur künftigen inhaltlichen Ausrichtung. «Ich weiß nicht, ob ich das Festival besser machen kann. Zumindest will ich es anders machen, das habe ich vor», sagte Michalke. Es sei eine reizvolle Aufgabe, dem bedeutendsten Jazz-Festival in Deutschland neben Berlin «eine neue Richtung zu geben». Er mache seit 1978 Festivalprogramm und habe rund 400 Konzerte organisiert. «Da kriegen wir schon ein Programm zusammen.» Nach der nicht immer spannungsfreien Zusammenarbeit mit Hennen hofft die Stadt nun auf weniger Reibung. «Wir wünschen uns mit der neuen Organisationsform ein ganzes Stück flexibler arbeiten zu können, als das in den Vorjahren möglich war», sagte Kulturamtsleiterin Beatrix Wirbelauer. Mit kurzen Wegen, flachen Hierarchien und guten Ideen könne das Festival positiv weiterentwickelt werden. Unterdessen kündigte Hennen an, an andere Stelle weitermachen zu wollen. «Wir suchen nach einem neuen Platz», erklärte er der dpa. Nach 34 Jahren und einigen Streitereien gehe er trotzdem friedvoll und ohne großen Zorn: «Es ist auf beiden Seiten eine Erleichterung da.» «Klotzen und nicht kleckern», könnte das Motto seines 34. und letzten Programms lauten. Immerhin werden sechs Großorchester - angefangen vom Colin Towns Mask Orchestra aus England über das japanische Shimbusa Shirazu Orchestra bis hin zu den DJ Grazzhoppa's DJ Bigband aus Belgien - aufspielen. Insgesamt sind Musiker aus 19 Ländern für mehr als 20 Auftritte angekündigt. Die Europapremiere wird dabei das amerikanisch-finnische Quartett KTU mit den beiden «King Crimson»-Mitgliedern Trey Gunn und Pat Masteletto am Eröffnungstag feiern. Erstmals in Europas wird auch die US-Formation Yohimbe Brothers auf der Bühne stehen und die Besucher in die New Yorker Jazz-Szene entführen. Weiterer Höhepunkt des diesjährigen Festivals ist neben dem Bass-Projekt «Basco Nouveau» mit Jamaaladeen Tacuma auch der Auftritt des Tenor-Saxofonisten Odean Pope. Mit dem Projekt «Saifa» zollt der japanische Pianist Masahiko Sato seinem querschnittsgelähmten Freund und Japans Freejazz-Legende Masahiko Togashi Tribut. Mit Femi Kuti (Nigeria) und Musikern aus Trinidad, Senegal und Äthiopien soll auch die «African Dance Night» wieder ein Publikumsmagnet werden. |
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