Stings Kurzbesuch bei JazzBaltica04.07.2005 11:07 Salzau - Drei Hits, tosender Beifall, und weg war er: Der Popmusiker Sting hat in der Nacht zum Montag dem Festival JazzBaltica seine Reverenz erwiesen.
Sein Kurzauftritt war der krönende Abschluss des Festivals, das damit nach vier Tagen zu Ende ging. Für den 54- Jährigen, der tags zuvor noch vor rund 200 000 Menschen beim Live-8- Konzert im Londoner Hyde Park gespielt hatte, war die große Musikscheune von Schloss Salzau ein Rückblick auf den Beginn seiner Karriere. Die Erfolgsgeschichte begann für den heutigen Popstar als Bassist in Jazz-Gruppen im englischen Newcastle upon Tyne. Den Bezug zum Jazz hat Sting in den knapp 30 Jahren seiner Karriere nie verloren. Nach seiner Zeit mit The Police spielte er für seine ersten Soloalben beispielsweise mit Jazzern wie Branford Marsalis zusammen. Viel Beachtung fand auch sein Live-Album, das er 1987 beim Jazz-Festival im italienischen Perugia mit dem Big-Band-Arrangeur Gil Evans aufnahm. Nach Salzau war der Brite wegen seines Gitarristen Dominic Miller gekommen. Miller, der seit Jahren in Stings Band spielt, und der aus Indien stammenden Ethno-Schlagzeuger Trilok Gurtu präsentierten Mainstream-Jazz mit Popanklängen. Da passte der Auftritt von Sting bestens: Fast genau um Mitternacht betrat der Musiker mit den kurzen blonden Haaren die Bühne der Kulturscheune von Salzau. Wie von Festivalleiter Rainer Haarmann angekündigt, blieb es bei einem Gastauftritt. Sting sang drei Titel aus seinem umfangreichen Hit-Repertoire: «Shape Of My Heart», «Fields Of Gold» und - im passenden, gejazzten Gewand - «I Was Brought To My Senses». Das Publikum war begeistert, hoffte aber vergeblich auf eine Zugabe. Sting überließ die Bühne wieder seinem Gitarristen, der mit seiner Band die Konzert-Reihe des 15. JazzBaltica-Festivals beendete. Für die Veranstalter war die kurze Begegnung mit dem Popbarden ein willkommenes Geschenk. «Sting ist ohne Gage gekommen», berichtete Haarmann. Die Jazzfans in Salzau nahmen das Geschenk gern an. Seit 15 Jahren trifft sich die internationale Jazz-Elite inzwischen in der schleswig-holsteinischen Provinz. Haarmann gelingt es dank seiner guten Kontakte in die Szene immer wieder, die ganz großen Jazzer zu Konzerten und Sessions für ein langes Wochenende auf das Areal des ehemaligen Herrenhauses zu holen. In diesem Jahr lautete das Motto «on drums». Dafür standen Schlagzeuger wie Brian Blade und Jack DeJohnette oder Trilok Gurtu. Als Leiter des JazzBaltica Ensembles fungierte der deutsche Jazz-Drummer Wolfgang Haffner, der in diesem Jahr seinen Durchbruch geschafft hat. Aber auch Roy Haynes mit seiner «Formation of Youth», Chick Corea und Don Friedman gaben an diesem Wochenende in Salzau ihre musikalische Visitenkarte ab. Ausverkauft war das kleine feine Festival - wie immer. |
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