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Latino-Star Juanes erobert die Charts


22.08.2005 15:08

Hamburg - «Mein Hemd ist schwarz, weil meine Liebe heute trauert... Deinetwegen verlor ich die Ruhe und sogar fast auch mein Bett», singt Juanes auf Spanisch im Stil eines kolumbianischen Cumbia-Schlagers der 50er Jahre und erobert damit auf Anhieb die Charts in Deutschland.


Juanes

Juanes: lateinamerikanischer Superstar. (Bild: Mauricio Velez)

Nicht nur die Melodie erinnert an die typischen Rhythmen seiner Heimat, auch der schnulzige Text, in dem der 33-Jährige mit gewollt platter Stimme den Abgang seiner großen Liebe beklagt, bleibt mit seiner Zweideutigkeit der alten Cumbia-Tradition treu. «Mi Sangre» (Mein Blut) heißt die dritte CD des Sängers aus Medellín, der von der «Los Angeles Time» sogar zur «wichtigsten Figur der lateinamerikanischen Musikszene» gekürt wurde.

Heißblütig und ausdrucksstark sind auf jeden Fall die 12 Titel, die Juan Esteban Aristizábal - von seinem Vater schon als Kind «Juanes» genannt - in «Mi Sangre» bewusst auf Spanisch singt. Im Gegensatz zu anderen Stars der Latino-Popwelt bleibt Juanes sowohl seiner Sprache als auch seinen Themen treu: Seine Lieder drücken oft in poetischen, teilweise düsteren Bildern die Sehnsucht nach Frieden für sich und sein Kolumbien, das Juanes seit der Kindheit wegen des Bürgerkrieges und der zahllosen Entführungen und Ermordungen verbluten sieht.

In «Sueños» (Träume) wünscht sich Juanes «Freiheit für alle, die heute mitten im Dschungel entführt wurden»; er träumt von «Frieden für mein verblutetes Volk und vom Ende dieses ungerechten Krieges». Damit trifft Juanes das Herz nicht nur seiner Landsleute, sondern Millionen von Latinos innerhalb und außerhalb ihrer Heimatländer. «¿Qué pasa?» und «Rosario Tijeras» handeln auch von Schmerz und Gewalt, während die weiteren Titel der CD als eine gelungene Mischung aus Liebe, Poesie und Latin-Pop im typischen Stil des erfolgreichen Gitarristen mit der warmen Stimme erklingen.

Juanes' Musikkarriere ist sehr eng mit der Geschichte Kolumbiens verbunden: Schon als Kind verarbeitete er seine Trauer nach dem Gewalttod eines Freundes und eines Cousins in Liedern, die er auf der Gitarre schrieb. Später gründete er die Rockband Ekhymosis und orientierte sich dabei an seinem Vorbild Metallica.

Aber der große Erfolg kam 1999, als Juanes beschloss, sein Glück in Los Angeles zu versuchen. Seine Demo-CD gefiel dem Musikproduzenten Gustavo Santaolalla, der schon Enrique Iglesias erfolgreich betreut hatte. Juanes wurde zum Geheimtipp in der US-Latino-Szene und von heute auf morgen auch der Publikumsliebling in Kolumbien und Lateinamerika, so dass er 2001 für sieben Grammys nominiert wurde. In den letzen Jahren hat Juanes, der heute zwischen Miami und Medellín pendelt, 34 Mal Platin bekommen. «Mi Sangre» ist gerade für einen Grammy nominiert worden.

 
 
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