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Herbie Hancock trifft Christina Aguilera und Joss Stone


12.10.2005 15:10

Hamburg - Herbie Hancock ist wohl kein Bereich der Musik fremd, wobei die Zusammenarbeit mit sehr verschiedenen Musikern und Stilen ein wesentlicher Bestandteil seiner Entwicklung ist und ihn stets vorangebracht hat. Auf seinem neuen Album «Possibilities» stellt er dieses «Erfolgsrezept» einmal mehr unter Beweis. Für Jazz-Puristen ist das aber nichts.


Herbie Hancock

Jazz nur auf Jazz zu reduzieren ist dem innovativen und neugierigen Herbie Hancock nicht genug.

Für die Sessions zu den Aufnahmen mit den sehr unterschiedlichen Partnern, ist der Altmeister rund um die Welt gereist. Die einzige verbindende Konstante, die «Possibilities» aufzuweisen hat, ist daher Hancocks Spiel. Letztlich führt dies alle Stile auf dem Album zu einem Gesamtwerk. Die Idee hätte auch in einem musikalischen Desaster enden können. Bemerkenswert die langen Pausen zwischen den Tracks - zum inneren Ausklingen gedacht.

In der Eröffnungsnummer «Stitched Up» mit dem herrlichen John Mayer an der Gitarre zeigt Hancock wie sehr sein Herz für funkige Rhythmen schlägt. Das nächste Highlight folgt sogleich, wenn der Gesang Angélique Kidjos in «Safiatou» von Carlos Santanas ausdrucksstarkem Latin-Sound ergänzt wird, wobei sich Hancocks leicht in den Raum geworfenes Spiel bestens einfügt.

Damit nicht genug: Christina Aguilera glänzt mit dem Temptations-Titel «A Song For You», Paul Simon überzeugt mit einer ruhigen Nummer «I Do It For Your Love», Annie Lennox führt in «Hush, Hush, Hush», dem traurigen Herzensbrecher von Paula Coles, eindrucksvoll ihre stimmlichen Fähigkeiten vor, und Sting bietet auf «Sister Moon» eine seiner besten Gesangsperformances - immer dabei Herbie Hancock an den Tasten.

Nicht weniger hinreißend die anderen Titel: Soul-Prinzessin Joss Stone und Bluesgitarrist Johnny Lang interpretieren gemeinsam U2s «When Love Comes To Town»; als hätten sie nie etwas anderes getan. Eine echte Überraschung ist der alte Billie-Holliday-Song «Don't Explain», gesungen von dem Iren Damien Rice und Lisa Hannigan - letztere lässt aufhorchen.

Den einzigen Bruch stellt das etwas zu schmalzig-pathetisch geratene Arrangement zum Stevie-Wonder-Dauerbrenner «I Just Called To Say I Love You» dar. Handwerklich ist aber auch hier nichts auszusetzen. Schließlich hat Herbie Hancock alle Künstler dazu gebracht, aus ihrem eigenen Fundus zu schöpfen und sich zugleich an den Jazz zu wagen. Dabei entstand ein sehr schönes Album voll leichter und mitreißender Musik, die ihre sinnlichen Momente hat.

 
 
Links zum Thema
Künstler-Informationen zu "Christina Aguilera"
Künstler-Informationen zu "Herbie Hancock"
Künstler-Informationen zu "Joss Stone"