Gil Scott-Heron bezwingt seine Dämonen17.02.2010 18:02 Hamburg - Er gilt als Urvater des afroamerikanischen Raps, Gil Scott-Heron verknüpfte schon Anfang der 70er Jahre Soul mit Poesie und Protest. Seine Stücke waren Vorläufer der Poetry Slams, wütende Attacken gegen Konsumgesellschaft, Ignoranz und Rassismus. Berühmt wurde Scott-Heron früh mit seinem zornigen Credo «The Revolution Will Not Be Televised» von seinem Debütalbum «Small Talk at 125th and Lenox», das wiederum auf einem Gedichtband basierte, den der hochbegabte Sohn eines Fußballprofis aus Jamaika und einer Bibliothekarin bereits in jungen Jahren veröffentlicht hatte. «A New Black Poet» war auf dem Cover des Albums zu lesen, Scott-Heron verstand sich auch später immer als gesellschaftskritischer Autor, veröffentlichte Romane und Gedichte, mischte sich ein, bezog Stellung. Nach einer verdammt langen Pause - das letzte Album erschien 1994 - legt dieser furchtlose Grenzgänger zwischen Pop und Poesie jetzt sein Comeback vor - mit dem nur halbstündigen neuen Album «I'm New Here» gelingt Scott-Heron eine künstlerische Wiedergeburt, die man kaum für möglich gehalten hätte. Die letzten Jahre saß Scott-Heron wegen Drogenbesitzes wiederholt im Gefängnis, im berüchtigten New Yorker Knast auf Rikers Island bekam er dann 2006 Besuch von Richard Russell, dem Gründer des britischen Indie-Labels «XL Recordings», der u.a. die White Stripes, M.I.A. oder Vampire Weekend unter Vertrag hat. |
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