Teilzeit-Wunder: Epischer Pop von Milagres30.01.2012 08:01 Berlin - Kyle Wilson hat eine wirklich tolle Stimme. Zwischen Falsett und Heldentenor trifft der Sänger von Milagres punktgenau jeden Ton, er veredelt jeden einzelnen Song seiner Brooklyner Band. Und er weiß Euphorie, Melancholie, Trauer und Wut gleichermaßen zu vermitteln. Aber irgend etwas fehlt beim Milagres-Album «Glowing Mouth», irgend etwas lässt kalt. Ist es die gnadenlose Perfektion dieser dramatischen Artpop-Lieder, die Wilson und seine vier Mitstreiter in einem New Yorker Studio aufgenommen haben? Oder fehlt das Eigenständige in diesen oft an Talk Talk, Coldplay, Wild Beasts oder (im Intro von «Gone») gar an Supertramp erinnernden Songs? Klingen die opulenten, keyboardlastigen Arrangements am Ende doch nur pathetisch? Ein leichtes Unbehagen bleiben also auch bei noch so hemmungslos schönen, dramatisch gesungenen Tränenziehern wie «Halfway» oder «Gentle Beast». Die Band versteht ihr Handwerk, sie hat jede Menge Talent - das ist in jeder Sekunde dieser ambitionierten Platte zu hören, wohl am eindrucksvollsten im dunklen Piano/Streicher-Epos «Moon On The Sea's Gate». |
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